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Volkswagen verkauft Motorensparte Everllence für 8,4 Milliarden Dollar

VW veräußert 51 Prozent seiner Großmotorensparte an Bain Capital – ein Schritt zur Konzernverschlankung unter wachsendem chinesischen Wettbewerbsdruck.

Volkswagen verkauft Motorensparte Everllence für 8,4 Milliarden Dollar

Volkswagen hat dem Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an seiner Großmotorensparte Everllence zugestimmt. Der weltweit zweitgrößte Automobilhersteller gibt 51 Prozent des Geschäftsbereichs für rund 8,4 Milliarden US-Dollar an die US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital ab. Die Transaktion ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Neuordnung des weitverzweigten Konzerns.

Everllence beschäftigt mehr als 16.000 Mitarbeiter und fertigt Großmotoren für den Einsatz in Schiffen und Kraftwerken. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Großwärmepumpen, die Städten und Industrieanlagen bei der Dekarbonisierung ihrer Wärmeversorgung helfen sollen. Das Unternehmen war früher unter dem Namen MAN Energy Solutions bekannt.

Historische Wurzeln im VW-Konzern

Everllence gelangte 2011 im Zuge der Übernahme eines Lkw-Herstellers erstmals unter die Kontrolle von Volkswagen. Seitdem ist das Unternehmen Teil des weitläufigen VW-Konzernverbunds, der neben Pkw-Marken auch Nutzfahrzeuge und Industriekomponenten umfasst. Mit dem nun vereinbarten Verkauf der Mehrheitsbeteiligung zieht sich Volkswagen aus einem Segment zurück, das wenig mit dem Kerngeschäft rund um das Automobil zu tun hat.

Der Zeitpunkt des Deals ist bemerkenswert: Die Volkswagen-Aktie notiert derzeit nahe ihrem 16-Jahres-Tief. Unter Investoren wächst die Sorge, dass der intensive Wettbewerb chinesischer Automobilhersteller, der bereits die Gewinne des Wolfsburger Konzerns in China erheblich geschmälert hat, nun auch den europäischen Kernmarkt erfassen könnte. Der Verkauf von Everllence soll offenbar Kapital freisetzen und den Konzern schlanker und wettbewerbsfähiger aufstellen.

Chinesischer Druck als Treiber der Konzernstrategie

Der wachsende Druck aus China ist für Volkswagen kein neues Phänomen, hat sich jedoch zuletzt deutlich verschärft. Chinesische Hersteller drängen mit günstigen Elektrofahrzeugen nicht nur auf heimischen Märkten, sondern zunehmend auch nach Europa. Für einen Konzern wie Volkswagen, der traditionell stark vom China-Geschäft abhängt, ist diese Entwicklung eine doppelte Herausforderung: sinkende Marktanteile in Asien und wachsende Konkurrenz im eigenen Heimatmarkt.

Die Veräußerung der Mehrheit an Everllence ist vor diesem Hintergrund ein klares Signal, dass Volkswagen seinen Fokus schärfen und Ressourcen bündeln will. Bain Capital, einer der bekanntesten Private-Equity-Investoren weltweit, übernimmt damit ein Industrieunternehmen mit starker Positionierung im Bereich Energieinfrastruktur und Dekarbonisierung – zwei Wachstumsfelder, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen dürften.

Volkswagen behält nach Abschluss der Transaktion eine Minderheitsbeteiligung an Everllence. Die genauen Konditionen und der Zeitplan für den Abschluss des Deals wurden bislang nicht im Detail kommuniziert. Der Konzern hatte die Transaktion am späten Mittwochabend bekanntgegeben.

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