Volkswagen und BMW leiden unter Absatzeinbruch in China
Beide deutschen Autobauer verzeichnen im zweiten Quartal massive Rückgänge in China – der Gesamtmarkt schrumpfte um rund 20 Prozent.

Volkswagen und BMW haben im zweiten Quartal empfindliche Absatzverluste in China hinnehmen müssen. Der chinesische Automobilmarkt brach in den ersten sechs Monaten des Jahres um rund 20 Prozent ein – ein Rückgang, der die Zuwächse beider Konzerne in anderen Regionen der Welt teilweise zunichtemachte. Für die deutschen Premiumhersteller ist China traditionell einer der wichtigsten Absatzmärkte weltweit.
Volkswagen bestätigte in einem Update zu den Quartalsabsatzzahlen den massiven Gesamtmarktrückgang von rund 20 Prozent in China für das erste Halbjahr. Beide Unternehmen verzeichneten im Quartalsverlauf kräftige Rückgänge bei den Fahrzeugauslieferungen im Land. Konkrete Stückzahlen nannten die Hersteller in den vorliegenden Informationen nicht.
Heimische Marken setzen Deutschen mit Rabatten zu
Ein zentraler Treiber der Krise ist der verschärfte Wettbewerb durch chinesische Hersteller. Technologieorientierte heimische Marken bieten hohe Rabatte an, um Kunden zu gewinnen – und setzen damit die etablierten europäischen Anbieter massiv unter Druck. Besonders im Bereich der Elektro- und Hybridfahrzeuge haben chinesische Marken in den vergangenen Jahren erheblich aufgeholt und drängen aggressiv auf den Markt.
Hinzu kommen strukturelle wirtschaftliche Probleme in China selbst. Sorgen um das Wirtschaftswachstum des Landes und eine lang anhaltende Flaute am Immobilienmarkt belasten die Konsumausgaben der chinesischen Bevölkerung spürbar. Wenn Haushalte weniger Vermögen durch Immobilien aufbauen können, sinkt auch die Bereitschaft, größere Anschaffungen wie Automobile zu tätigen.
Doppelte Belastung für VW und BMW
Für Volkswagen und BMW ergibt sich damit eine doppelte Belastung: Einerseits schrumpft der Gesamtmarkt, andererseits verlieren sie innerhalb dieses schrumpfenden Marktes Anteile an lokale Wettbewerber. Zuwächse in anderen Regionen – etwa in Europa oder Nordamerika – können diesen Rückgang nur teilweise ausgleichen.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklung verdeutlicht, wie stark die deutschen Automobilhersteller von der Lage in China abhängig sind. Über viele Jahre hinweg war das Reich der Mitte der wichtigste Wachstumsmotor für Konzerne wie Volkswagen und BMW. Nun kehrt sich diese Dynamik um, was die Konzerne vor strategische Herausforderungen stellt.
Die Absatzkrise in China dürfte die Diskussion über die Zukunftsstrategie beider Hersteller weiter befeuern. Wie stark die Quartalsergebnisse insgesamt ausfallen und welche konkreten Maßnahmen die Konzerne ergreifen wollen, bleibt abzuwarten.


