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Vodafone kämpft mit Umsatzrückgang in Deutschland

Kundenverluste im TV-Geschäft und fehlendes Vertrauen bremsen das Wachstum

Vodafone kämpft mit Umsatzrückgang in Deutschland

Vodafone steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen in Deutschland. Auch mehr als zwei Jahre nach dem Abgang von Hannes Ametsreiter gelingt es dem Konzern nicht, das Geschäft nachhaltig zu stabilisieren. Der Gesamtumsatz in Deutschland sank im vierten Quartal 2024 um 7,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Der Serviceumsatz, der ausschließlich die eigenen Dienstleistungen umfasst, ging um 6,4 Prozent zurück.

Marcel de Groot, der seit April 2024 als Deutschlandchef tätig ist, setzt auf eine strategische Neuausrichtung mit einer verstärkten Fokussierung auf die Unternehmensfarbe Rot und eine aggressive Marktkommunikation. Trotz dieser Bemühungen gelingt es dem Mobilfunkanbieter nicht, das Vertrauen der deutschen Verbraucher zurückzugewinnen. Auch hohe Preisnachlässe zur Weihnachtszeit führten nicht zu dem erhofften Kundenzuwachs. In den vergangenen drei Monaten konnte Vodafone lediglich 23.000 neue Mobilfunkvertragskunden gewinnen, womit das Unternehmen voraussichtlich hinter den Konkurrenten Telekom und Telefónica zurückbleibt, die ihre Zahlen erst in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Trotz der negativen Entwicklung versucht Vodafone, eine positive Perspektive aufzuzeigen. Konzernchefin Margherita Della Valle sprach von ersten Anzeichen einer Verbesserung in Deutschland. Marcel de Groot betonte, dass das laufende Geschäftsjahr als Übergangsperiode mit besonderen Herausforderungen zu sehen sei. Dennoch strebe Vodafone bald wieder Wachstum an und habe die dafür notwendigen Maßnahmen eingeleitet.

Besonders das TV-Geschäft wird als ein zentraler Faktor für die rückläufigen Umsätze identifiziert. Durch das Ende der gesetzlich verankerten Sammelinkasso-Praxis für Kabel-TV-Verträge mussten viele Mieter neue Einzelverträge abschließen. Eine große Anzahl ehemaliger Kunden entschied sich jedoch gegen eine Vertragsverlängerung. Vodafone verzeichnete im vierten Quartal einen weiteren Verlust von 66.000 TV-Kunden. Bereits im Sommer 2024 hatte der Konzern durch die Umstellung der Kabel-TV-Versorgung etwa zwei Millionen Kunden verloren. Trotz dieser Entwicklungen scheint der massive Kundenrückgang vorerst gestoppt.

Der Serviceumsatz sank um rund 186 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro, was nicht allein durch den Verlust von TV-Kunden erklärbar ist. Es wird spekuliert, dass ein Teil der ehemaligen Kunden weiterhin ohne gültigen Vertrag das TV-Angebot nutzt oder dass frühere Breitbandkunden kostenlose TV-Dienste in Anspruch nahmen.

Marcel de Groot ist bereits der dritte Deutschlandchef in Folge, dem es bislang nicht gelingt, das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Dennoch zeigt die Konzernführung Geduld, da Vodafone international zuletzt positive Geschäftszahlen vorlegen konnte. Der Gesamtumsatz des britischen Mutterkonzerns stieg um fünf Prozent auf 9,8 Milliarden Euro, während der Gewinn um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Euro wuchs. Ähnliche Herausforderungen wie in Deutschland hatte Vodafone zuletzt auch in Italien und Spanien erlebt. In beiden Märkten zog der Konzern Konsequenzen und trennte sich von seinen Geschäftsbereichen.

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