Vodafone kämpft mit Kundenverlust und Umsatzrückgang
Auch aggressive Angebote und hohe Werbeausgaben zeigen kaum Wirkung auf dem Markt

Vodafone Deutschland hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet. Besonders betroffen ist das TV-Geschäft, in dem der Telekommunikationsanbieter durch das Ende des sogenannten Nebenkostenprivilegs nahezu die Hälfte seiner Kunden verloren hat. Der Serviceumsatz sank insgesamt um fünf Prozent. Noch im ersten Quartal 2025 wanderten weitere 81.000 Kunden im Fernsehbereich ab, obwohl Unternehmenschef Marcel de Groot im Februar angekündigt hatte, der Rückgang sei weitgehend gestoppt.
Auch im Mobilfunkgeschäft zeigt sich ein klarer Abwärtstrend. Der Umsatz fiel im Quartal und im Gesamtjahr um jeweils 1,2 Prozent. Trotz aggressiver Angebote, wie einem iPhone 16 Pro für 44,99 Euro monatlich mit nur einem Euro Einmalzahlung, konnte Vodafone im jüngsten Quartal lediglich 12.000 neue Mobilfunkkunden gewinnen. Im Vergleich dazu konnten die Wettbewerber Telekom und Telefónica deutlich mehr Neukunden verzeichnen. Die hohen Werbeausgaben, im Februar beispielsweise 27,4 Millionen Euro, zeigten offenbar keine entsprechende Wirkung. Branchenkenner bemängeln, dass Vodafone seine Zielgruppen nicht mehr erreicht.
Im Festnetzbereich verlor Vodafone im gesamten Geschäftsjahr 102.000 Kunden, davon 43.000 im gigabitfähigen Kabelnetz. Der Anbieter versucht dieses mittlerweile als „Kabelglas“ zu vermarkten. Auch im Geschäftskundensegment verzeichnete das Unternehmen rückläufige Zahlen. Der Umsatz sank hier um 2,3 Prozent. Im Jahresverlauf kündigten 65.000 Geschäftskunden ihre Verträge. Dabei sollte gerade dieser Bereich mit dem Einstieg des früheren Telekom-Managers Hagen Rickmann neue Impulse erhalten.
Ein weiterer Hoffnungsträger war die Netzmigration von 1&1-Kunden zu Vodafone. Bis März 2025 waren vier Millionen, seit Mai sechs Millionen Kunden auf das Vodafone-Netz gewechselt. Die positiven Effekte auf den Umsatz blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Roaming-Nutzung dieser Kunden begann erst spät im Quartal, sodass deren Datenvolumen bislang nur gering ausfiel. Ohne diese Roaming-Zahlungen wären die Umsätze im Mobilfunk wohl noch stärker eingebrochen.
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Zur AktienanalyseDie gesamte Vodafone-Gruppe verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro. Grund dafür sind unter anderem Abschreibungen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro auf die Geschäfte in Deutschland und Rumänien. Im Vorjahr hatte Vodafone noch einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Deutschland bleibt mit einem Umsatzanteil von 35 Prozent der wichtigste Markt für den britischen Konzern.


