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Visa erhält Genehmigung für Einstieg in Chinas Zahlungsmarkt

Die chinesische Zentralbank erlaubt Visa, ein inländisches Bankkarten-Clearing-Institut vorzubereiten – ein historischer Schritt.

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Visa erhält Genehmigung für Einstieg in Chinas Zahlungsmarkt

Der US-Zahlungsdienstleister Visa hat von der People's Bank of China, der chinesischen Zentralbank, die Genehmigung erhalten, formelle Vorbereitungen für die Gründung eines inländischen Bankkarten-Clearing-Instituts zu treffen. Dies ist ein bedeutender Meilenstein für das Unternehmen, das seit über 40 Jahren in China aktiv ist, bisher jedoch hauptsächlich internationale Transaktionen abwickeln durfte. Der chinesische Binnenmarkt blieb Visa damit weitgehend verschlossen.

Visa-CEO Ryan McInerney bezeichnete die Genehmigung als wichtiges Etappenziel für das langfristige Engagement des Unternehmens in China. Allerdings bedeutet die Vorbereitungsgenehmigung noch nicht, dass Visa sofort inländische Transaktionen in chinesischen Yuan abwickeln darf. Das Unternehmen muss zunächst die regulatorischen Anforderungen der Zentralbank vollständig erfüllen, bevor der operative Betrieb aufgenommen werden kann.

Dominierter Markt mit strengen Auflagen

Der chinesische Markt für digitale Zahlungen zählt zu den größten der Welt, wird jedoch von einheimischen Netzwerken und Plattformen dominiert. Ausländische Anbieter stehen vor hohen Hürden: Seit der Marktöffnung für ausländische Bankdienstleister im Jahr 2016 verlangt Peking, dass Anbieter ihre Technologie- und Dateninfrastruktur sowie Backup-Systeme direkt in China betreiben. Diese Anforderungen stellen für internationale Konzerne eine erhebliche Investition und regulatorische Herausforderung dar.

Der Weg zur Genehmigung verlief auch vor dem Hintergrund diplomatischer Bemühungen. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gipfeltreffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, an dem auch führende CEOs von Zahlungsriesen wie Visa und Mastercard teilnahmen, öffentlich Druck auf chinesische Behörden ausgeübt. Ziel war es, Visa einen besseren Zugang zum chinesischen Kreditkartenmarkt zu verschaffen.

Wettbewerber bereits einen Schritt voraus

Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten hinkt Visa beim China-Einstieg hinterher. Mastercard erhielt bereits 2023 die Erlaubnis, inländische Yuan-Transaktionen über ein Joint Venture mit NetsUnion abzuwickeln. Branchenbeobachter berichteten zudem, dass Visa eine hundertprozentige Eigentümerschaft an einem künftigen Joint Venture anstrebte – ähnlich wie es bei Wettbewerbern wie Mastercard und American Express diskutiert wurde.

Visa betreibt ein globales Netzwerk in über 200 Ländern und Territorien. Mit der nun erteilten Vorbereitungsgenehmigung sieht das Unternehmen eine wesentliche Chance, seine Präsenz über das internationale Kartengeschäft hinaus auf den chinesischen Binnenmarkt auszudehnen. Für deutsche Anleger und Beobachter des Finanzmarkts ist dieser Schritt ein Signal, dass der chinesische Zahlungsmarkt trotz aller Hürden schrittweise für westliche Anbieter geöffnet wird – wenn auch unter strikten staatlichen Bedingungen.

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