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Viking Therapeutics: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten

VK2735 kämpft um Marktanteile im boomenden Adipositas-Markt – zwischen Millionengewinn und Totalverlust.

Viking Therapeutics: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten

Viking Therapeutics (VKTX) mischt im milliardenschweren Wettbewerb um Adipositas-Medikamente mit. Das Unternehmen hinkt dabei den Branchenriesen Eli Lilly und Novo Nordisk hinterher, die mit ihren bereits zugelassenen Präparaten enorme Gewinne einfahren. Der wichtigste Kandidat von Viking, VK2735, hat in klinischen Studien der mittleren Phase eine echte Gewichtsreduktion gezeigt – doch der Weg vom Studienerfolg zur Marktdurchdringung ist weit.

Für Anleger stellt sich die entscheidende Frage: Was könnte eine Investition von 1.000 US-Dollar in Viking Therapeutics bis zum Jahr 2030 wert sein – und wie viel davon könnte sich in Luft auflösen?

Der Markt ist riesig – aber der Wettbewerb auch

Der Markt für Abnehmmedikamente könnte bis 2030 laut einer Schätzung von Goldman Sachs rund 95 Milliarden US-Dollar erreichen. J. P. Morgan schätzt den breiteren Markt für GLP-1-Medikamente, der auch Diabetes-Behandlungen umfasst, für dasselbe Jahr auf fast 200 Milliarden US-Dollar. Als Ausgangspunkt für eine Prognose lässt sich ein Mittelwert von rund 150 Milliarden US-Dollar ansetzen.

Das Kernszenario für Viking lautet: VK2735 – erhältlich sowohl als wöchentliche Injektion als auch als tägliche Pille – könnte 1 Prozent dieses Marktes erobern. Das entspräche einem jährlichen Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar. Bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von etwa 10 wäre das Unternehmen dann rund 15 Milliarden US-Dollar wert. Heute liegt die Marktkapitalisierung bei 4,4 Milliarden US-Dollar – eine Investition von 1.000 Dollar würde in diesem Szenario auf etwa 3.400 Dollar anwachsen.

Allerdings ist dabei die drohende Verwässerung noch nicht eingerechnet. Viking verbrennt wie die meisten Biotech-Unternehmen im klinischen Stadium seine Barmittel – aktuell verfügt das Unternehmen über 603 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Um eine Phase-3-Studie für die orale Formulierung von VK2735 sowie eine mögliche Vermarktung zu finanzieren, wird Viking mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Aktien ausgeben müssen. Steigt die Aktienanzahl durch solche Kapitalmaßnahmen um mehr als 33 Prozent, wäre eine Investition von 1.000 Dollar nur noch etwa 2.500 Dollar wert.

Hohe Hürden durch etablierte Konkurrenz

Der Wettbewerb ist bereits jetzt intensiv. Eli Lilly und Novo Nordisk dominieren die Kategorie mit Tirzepatid und Semaglutid – und beide Konzerne bieten inzwischen neben Injektionen auch Pillen an. Lillys nächste Generation, der Triple-Agonist Retatrutid, erzielte in einer Phase-3-Studie über 80 Wochen eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von 28,3 Prozent – eine sehr hohe Messlatte für alle Konkurrenten. Auch Novo Nordisk lässt seine nächste Kombinationstherapie bereits von den Behörden prüfen.

VK2735 wird also kein Neueinsteiger in einem leeren Markt sein, sondern ein Nachzügler in einem bereits hart umkämpften Segment. Die Daten aus der mittleren Studienphase lesen sich für sich genommen gut: Die injizierbare Form erzielte einen Gewichtsverlust von bis zu 14,7 Prozent. Doch um auch nur 1 Prozent Marktanteil zu gewinnen, braucht VK2735 einen echten Vorsprung bei Wirksamkeit, Preis oder Verträglichkeit.

Das Phase-3-Programm für das Injektionspräparat wird erst 2027 abgeschlossen sein. Die Studien zur oralen Verabreichung beginnen erst jetzt, wobei im dritten Quartal 2026 Ergebnisse einer Phase-1-Erhaltungsdosierung erwartet werden, die die kurzfristige Stimmung beeinflussen könnten. Eine Zulassung von VK2735 ist frühestens 2028 oder 2029 realistisch.

Zwischen 10.000 Dollar und ein paar Hundert

Das Spektrum möglicher Ergebnisse ist breit. Um eine Anfangsinvestition von 1.000 Dollar auf 10.000 Dollar zu steigern, müsste VK2735 rund 3 bis 5 Prozent des Marktes erobern, eine Premium-Bewertung erhalten und die Aktionäre dürften kaum verwässert werden. Das ist möglich, aber unwahrscheinlich.

Im negativen Szenario – wenn VK2735 scheitert, seine günstigen Studiendaten in einer größeren Kohorte nicht zu reproduzieren – fällt ein Biotech-Unternehmen ohne Umsätze typischerweise um 60 bis 80 Prozent. Eine Investition von 1.000 Dollar würde dann auf wenige Hundert Dollar schrumpfen.

Das wahrscheinlichste Ergebnis liegt laut der Analyse bei rund 2.500 Dollar – unter der Annahme, dass das meiste, was gut gehen kann, auch tatsächlich eintritt. Viking Therapeutics ist damit eine riskante Wette, die sich am ehesten als kleine Beimischung für Anleger eignet, die mit einem breiten Spektrum an möglichen Ausgängen vertraut sind.

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