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Vietnam kauft US-Agrarprodukte für zwei Milliarden

Neue Handelsabkommen sollen Zölle verhindern und Handelsdefizit der USA verringern

 Vietnam kauft US-Agrarprodukte für zwei Milliarden

Vietnamesische Unternehmen werden Absichtserklärungen mit US-Partnern zum Kauf von amerikanischen Agrarprodukten im Wert von zwei Milliarden US-Dollar unterzeichnen. Das teilte das vietnamesische Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. Die Vereinbarungen sind Teil der laufenden Bemühungen um ein neues Handelsabkommen zwischen beiden Staaten.

Hintergrund der Initiative sind Strafzölle in Höhe von 46 Prozent, die von der Trump-Regierung gegen Vietnam verhängt wurden. Diese sogenannten „reziproken“ Zölle sind derzeit bis Juli ausgesetzt. Sollten sie jedoch in Kraft treten, könnten sie das vietnamesische Wachstumsmodell erheblich beeinträchtigen. Dieses stützt sich stark auf Exporte in die Vereinigten Staaten, die als wichtigster Absatzmarkt gelten.

Die neuen Absichtserklärungen werden im Rahmen eines Besuchs einer vietnamesischen Wirtschaftsdelegation in den USA unterzeichnet. Geleitet wird die Gruppe aus 50 Unternehmen von Landwirtschaftsminister Do Duc Duy. Laut Ministerium umfassen die Vereinbarungen fünf Memoranden über den Kauf von Agrarprodukten im Wert von 800 Millionen US-Dollar aus dem US-Bundesstaat Iowa über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Produkte aus Iowa beinhalten Mais, Weizen, Trockenschlempe sowie Sojabohnenmehl. Ziel der Vereinbarungen ist es unter anderem, das Handelsbilanzdefizit zwischen beiden Ländern zu verringern. Vietnam hat im vergangenen Jahr zugesagt, mehr US-Produkte zu importieren, um dieses Ungleichgewicht auszugleichen.

Im Jahr 2024 importierte Vietnam Agrarprodukte aus den USA im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig exportierte das südostasiatische Land landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 13,68 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten. Damit weist die Handelsbilanz der USA gegenüber Vietnam ein Defizit von 123 Milliarden US-Dollar auf.

Neben Agrargütern hat Vietnam sich verpflichtet, auch andere amerikanische Produkte zu kaufen. Dazu gehören unter anderem Flugzeuge von Boeing sowie verflüssigtes Erdgas. Darüber hinaus hat die vietnamesische Regierung zugesagt, entschiedener gegen Produktpiraterie und digitale Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Die USA hatten dem Land vorgeworfen, ein zentraler Umschlagplatz für solche illegalen Aktivitäten zu sein.

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