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Vietnam kauft erstmals 2025 US-Rohöl

Lieferung von einer Million Barrel erfolgt vor dem Hintergrund neuer Handelsabsprachen

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Vietnam kauft erstmals 2025 US-Rohöl

Vietnam hat erstmals im Jahr 2025 Rohöl aus den Vereinigten Staaten eingekauft. Nach Angaben von Branchenkreisen hat die Binh Son Refining and Petrochemical JSC (BSR) eine Lieferung von einer Million Barrel des US-Rohöls West Texas Intermediate (WTI) für den November gesichert. Damit setzt das Unternehmen, das normalerweise auf heimische Förderquellen zurückgreift, ein deutliches Zeichen auf den internationalen Energiemärkten.

Die Rohöllieferung wurde nach Informationen von Insidern über den Handelspartner Mercuria abgewickelt. BSR selbst wollte den Vorgang auf Nachfrage nicht kommentieren. Auch schriftliche Anfragen blieben unbeantwortet. Der Schritt ist für Vietnam insofern bemerkenswert, als die letzte Einfuhr von US-Öl im Dezember 2024 verzeichnet wurde. In der Regel bezieht das Land seinen Bedarf vor allem aus Kuwait, Brunei und Libyen.

Hintergrund der aktuellen Kaufentscheidung sind unter anderem Vereinbarungen, die Vietnam und andere Länder Südostasiens mit Washington getroffen haben. Ziel dieser Absprachen ist es, den Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten zu verringern und hohe US-Zölle zu vermeiden. Auch Indonesien und Thailand haben sich verpflichtet, ihre Importe von amerikanischem Öl auszuweiten.

Ein weiterer Faktor ist die jüngste Entwicklung auf den globalen Energiemärkten. Während die Preise für Öl aus dem Nahen Osten angezogen haben, ist WTI für Lieferungen im November wettbewerbsfähiger geworden. Das macht das US-Öl für asiatische Abnehmer attraktiver, die ihre Versorgung breiter aufstellen wollen. Für Vietnam bedeutet dies eine zusätzliche Option bei der Sicherung seiner Energieimporte.

Die Entscheidung von BSR fügt sich in ein größeres Bild ein, das den wachsenden Einfluss amerikanischer Öl-Exporteure in Asien zeigt. Noch vor wenigen Jahren war die Region stark von Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängig, doch inzwischen hat sich der Markt durch die zunehmenden US-Exporte deutlich verändert. Analysten gehen davon aus, dass diese Entwicklung nicht nur ökonomische, sondern auch politische Dimensionen hat, da Energieimporte ein wichtiger Bestandteil der Handelsbeziehungen zwischen den Ländern sind.

Mit dem jüngsten Geschäft öffnet sich Vietnam erneut dem amerikanischen Markt. Ob es sich dabei um eine einmalige Entscheidung handelt oder ob weitere Käufe folgen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Verlagerung im Beschaffungsportfolio von BSR die Position des Landes in den internationalen Handelsstrukturen neu justieren könnte.

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