Vestas-Aktie springt 20 Prozent nach starken Quartalszahlen und Aktienrückkauf
Der weltgrößte Windkraftanlagenhersteller hebt seine Gewinnprognose an und kündigt einen Aktienrückkauf von 400 Millionen Euro an.

Die Aktien von Vestas legten am Dienstag um mehr als 20 Prozent zu – ein deutliches Signal der Märkte, dass der dänische Windkraftriese seine Trendwende erfolgreich vollzieht. Auslöser waren starke Quartalszahlen, eine angehobene Jahresprognose und ein neuer Aktienrückkauf in Milliardenhöhe.
Das in Kopenhagen börsennotierte Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2025 einen bereinigten operativen Gewinn von 446 Millionen Euro – nach lediglich 57 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge vor Sondereffekten lag bei 9,4 Prozent. Vorstandschef Henrik Andersen bezeichnete das Ergebnis als „eines der besten zweiten Quartale, die wir je hatten".
Auftragsvolumen mehr als verdoppelt
Besonders beeindruckend ist die Entwicklung bei den Neuaufträgen: Im zweiten Quartal dieses Jahres orderten Kunden Turbinen mit einer Leistung von 3,35 Gigawatt im Wert von 3,4 Milliarden Euro. Im gleichen Quartal des Vorjahres waren es lediglich 2 Gigawatt beziehungsweise 2,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 1 Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der gesamte Auftragsbestand für Turbinen beläuft sich nun auf 32,5 Gigawatt im Wert von 36 Milliarden Euro.
Alle Aufträge im Berichtsquartal entfielen auf Onshore-Turbinen. Das Auftragsbuch für Offshore-Windkraft ist laut Vestas in der Regel weniger beständig, da die Projekte groß sind und eine lange Entwicklungszeit in Anspruch nehmen.
Aktienrückkauf als Zeichen der Stärke
Vestas kündigte zudem an, bis Ende des Jahres Aktien im Wert von 400 Millionen Euro zurückzukaufen. Es ist der größte Rückkauf in einer Reihe von Ankündigungen der vergangenen 18 Monate. Vorstandschef Andersen richtete klare Worte an die Investoren: „Wir wissen um die Geduld, die unsere Aktionäre insbesondere in den Jahren 2022 und 2023 mit uns hatten. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Kapital an unsere Aktionäre zurückzugeben."
Die neue Jahresprognose bringt Vestas nahe an sein Ziel einer operativen Marge von 10 Prozent heran – ein Wert, der in den Krisenjahren kaum vorstellbar schien.
Erholung nach schwieriger Phase
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseVestas und andere Windkraftanlagenhersteller hatten in den Jahren 2022 und 2023 erheblich zu kämpfen. Steigende Kosten auf der einen Seite und Windparkentwickler, die die Projektkosten möglichst niedrig halten wollten, um Aufträge zu gewinnen, setzten die Margen massiv unter Druck. Lieferkettenengpässe verschärften die Lage zusätzlich.
Der Aufschwung erfolgt nun vor dem Hintergrund eines weltweit weiterhin raschen Ausbaus von Windparks sowie gestiegener Preise, die mehrere Regierungen und andere Käufer für neue Projekte zu zahlen bereit sind. Auch Wettbewerber profitieren von diesem Umfeld: Die Aktien des deutschen Herstellers Nordex sind in diesem Jahr um etwa ein Drittel gestiegen, während Siemens Gamesa im jüngsten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt ist.
Vestas ist gemessen an der weltweit installierten Gesamtkapazität der größte Windkraftanlagenhersteller der Welt. Bei den jährlichen Neuauslieferungen wurde das Unternehmen jedoch von chinesischen Herstellern wie Goldwind überholt – ein Wettbewerbsdruck, der die Branche weiterhin prägt.


