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Verzögerung bei MSC-Einstieg in Hamburger Hafen

Opposition bremst Entscheidung über 40-Jahres-Vertrag mit HHLA aus

Verzögerung bei MSC-Einstieg in Hamburger Hafen

Die geplante Beteiligung der Reederei MSC am Hamburger Hafenlogistiker HHLA könnte sich verzögern. Die Hamburger Bürgerschaft sollte ursprünglich morgen final über den Einstieg der weltgrößten Reederei abstimmen. Doch die Oppositionsparteien CDU und Linke möchten die nötige zweite Lesung im Stadtparlament verhindern. Die Opposition kann den Deal nicht blockieren, jedoch verzögern, da die rot-grüne Koalition in Hamburg über eine Zweidrittelmehrheit verfügt. Somit könnte sich die Entscheidung bis Anfang September hinauszögern, bevor die Bürgerschaft den Weg für den mindestens 40 Jahre laufenden Vertrag zwischen MSC und dem Terminalbetreiber HHLA freimacht.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) spielt eine zentrale Rolle im Hamburger Hafen. An ihren drei Containerterminals Tollerort, Altenwerder und Burchardkai wurden im vergangenen Jahr rund 5,9 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen, was etwa 77 Prozent des gesamten Hamburger Containerumschlags entspricht. Die HHLA betreibt zudem Terminals im ukrainischen Odessa, im italienischen Triest und im estnischen Muuga und ist im Weitertransport der Container auf Straße und Schiene aktiv. Die Tochtergesellschaft Metrans kümmert sich um Bahntransporte, während das Unternehmen auch im Immobiliengeschäft tätig ist, unter anderem in der Speicherstadt.

Globale Krisen haben die HHLA stark betroffen. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen bei einem Umsatz von etwa 1,45 Milliarden Euro einen Gewinn von nur 20 Millionen Euro. Der Containerumschlag ging um 7,5 Prozent zurück, der Containertransport um 5,4 Prozent. Im ersten Quartal dieses Jahres rutschte die HHLA sogar in die roten Zahlen. Gleichzeitig gibt es Umbrüche bei großen Reedereien wie Maersk und Hapag-Lloyd, die künftig vorrangig Häfen anlaufen wollen, in denen sie selbst Terminals besitzen oder kontrollieren. Dies betrifft die HHLA, da sie dringend Geld für die Modernisierung und Automatisierung ihrer Terminals benötigt.

Die Stadt Hamburg hält derzeit rund 70 Prozent der Aktien der HHLA, der Rest ist in Streubesitz. Im vergangenen September verkündete der rot-grüne Senat, dass MSC künftig 49,9 Prozent des Unternehmens halten wird, während die Stadt ihren Anteil auf 50,1 Prozent reduziert. Für knapp die Hälfte der Anteile wird MSC ihr Ladungsaufkommen an den HHLA-Terminals ab 2025 erhöhen und bis 2031 auf eine Million TEU pro Jahr steigern. Zudem plant MSC den Bau einer neuen Deutschlandzentrale in der Hafencity, wodurch 700 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen sollen. Gemeinsam mit der Stadt will MSC das Eigenkapital der HHLA um 450 Millionen Euro erhöhen.

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betonte, dass die Stadt weiterhin die Mehrheit und das Vorschlagsrecht für die CEO- und Aufsichtsratsvorsitz-Positionen behält. Trotz dieser Absicherungen kam es mehrfach zu Demonstrationen und Streiks von Hafenarbeitern. Betriebsräte, die Gewerkschaft Verdi und Sachverständige kritisierten das Geschäftsgebaren von MSC und warnten vor einem "historischen Fehler". Ein weiterer Kritikpunkt ist der ausgehandelte Preis von 16,75 Euro pro Aktie. Kritiker wie Gunter Bonz, der frühere Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, halten den Preis für zu niedrig und bemängeln, dass die HHLA viel mehr wert sei.

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