Versicherer senken Wachstumsprognose für 2024
Höhere Beiträge bei Kfz- und privaten Krankenversicherungen erwartet

Die deutsche Versicherungsbranche sieht sich mit gesenkten Prognosen für das laufende Jahr konfrontiert. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) teilte am Montag in Berlin mit, dass er nun nur noch mit einem Beitragswachstum von 2,8 Prozent rechnet. Im Januar lag die Prognose noch bei 3,8 Prozent. Grund für diese pessimistischere Einschätzung ist die verzögerte Zinswende, welche das Geschäft mit Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag belastet. Diese Produkte werden häufig als reine Kapitalanlage genutzt und sind weniger attraktiv, wenn höhere Zinsen anderweitig geboten werden.
Der GDV erwartet nun für die Lebensversicherung ein Minus von 2,6 Prozent bei den Beitragseinnahmen, nachdem zu Jahresbeginn noch eine Stabilisierung erwartet wurde. Dies stellt einen signifikanten Rückgang dar und spiegelt die Schwierigkeiten in diesem Segment wider. Trotz dieser negativen Entwicklung haben große Anbieter wie die Allianz und andere Konkurrenten dennoch beträchtliche Gewinne erwirtschaftet.
In anderen Bereichen zeigt sich der GDV deutlich optimistischer. Besonders in der Schaden- und Unfallversicherung wird kaum mit Einbußen gerechnet. Diese Sparte könnte, auch aufgrund von Preiserhöhungen in der defizitären Kfz-Versicherung, um 7,8 Prozent wachsen. Zum ersten Mal seit fast 30 Jahren wird erwartet, dass die Einnahmen der Sachversicherung die der Lebensversicherung übertreffen werden. Die Inflation trägt in vielen Bereichen der Schaden- und Unfallversicherung zu einem höheren Beitragswachstum bei, was sich auch in der Kfz-Versicherung bemerkbar macht. Die Kfz-Versicherungen werden voraussichtlich wieder teurer.
Für das Jahr 2025 zeigt sich der Verband optimistischer. Es wird erwartet, dass die Beitragseinnahmen branchenweit um 3,1 bis 5,5 Prozent zulegen könnten. Dies setzt jedoch voraus, dass sich die Lebensversicherung etwas erholt. Im schlechtesten Fall wird für die Lebensversicherung ein Minus von 0,3 Prozent erwartet, im besten Fall ein Plus von 2,5 Prozent. Diese Prognosen basieren auf einem erwarteten Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,75 Prozent zum Ende des Jahres, während der aktuelle Zins bei 4,25 Prozent liegt.
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Zur AktienanalyseAuch für die Schaden- und Unfallpolicen wird ein weiteres Ansteigen der Preise im Jahr 2025 prognostiziert. Hier geht der GDV von einem Plus von 4,9 bis 7,2 Prozent aus. Für die private Krankenversicherung (PKV) wird 2024 ein Anstieg des Beitragsaufkommens von 4,5 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr könnten die Beiträge noch stärker steigen, mit einem prognostizierten Zuwachs von 6,0 bis 8,0 Prozent. Dies wird auf die deutlich gestiegenen Leistungen zurückgeführt, die höhere Beitragseinnahmen notwendig machen.


