Versant übernimmt Golfsimulator-Hersteller Full Swing für 530 Millionen Dollar
Der US-Medienkonzern Versant expandiert ins Golfsimulations-Geschäft und zahlt dafür eine stolze halbe Milliarde Dollar.

Die Versant Media Group hat sich auf die Übernahme des Golfsimulations-Unternehmens Full Swing geeinigt. Der Kaufpreis beträgt rund 530 Millionen US-Dollar in bar. Verkäufer ist die Private-Equity-Gesellschaft Bruin Capital, die Full Swing im Jahr 2021 für lediglich 160 Millionen Dollar erworben hatte.
Full Swing entwickelt und vertreibt Golf- und Baseballsimulatoren für Endverbraucher, Sportgeschäfte sowie Trainingseinrichtungen. Die Technologie kommt sowohl bei Freizeitsportlern als auch bei Profisportlern zum Einsatz. Die Transaktion soll noch vor dem 31. Dezember dieses Jahres abgeschlossen werden.
Strategie: Weg vom klassischen Kabelfernsehen
Versant ist seit Januar als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen aktiv, nachdem es vom US-Medienriesen Comcast abgespalten wurde. Der Konzern betreibt bekannte Kabelsender wie CNBC, MS NOW und den Golf Channel. CEO Mark Lazarus hat Investoren gegenüber frühzeitig signalisiert, dass Versant verstärkt in nicht-traditionelle Mediengeschäfte investieren will, um die Reichweite seiner bestehenden Marken auszubauen.
Die Full-Swing-Übernahme fügt sich nahtlos in dieses Muster ein. Im Golfbereich verfügt Versant bereits über die digitale Medienplattform GolfPass sowie den Reservierungsservice für Abschlagszeiten GolfNow. Mit Full Swing ergänzt das Unternehmen sein Golf-Portfolio nun um ein Hardware- und Simulationsgeschäft.
Erst Anfang des Jahres hatte Versant für seinen Finanzsender CNBC die Plattform StockStory erworben – eine KI-gestützte Technologieplattform, die Finanzanalysen, Markteinblicke und Aktienempfehlungen anbietet. Auch dieser Zukauf folgte der Logik, digitale und technologiegetriebene Geschäftsfelder mit bestehenden Medienmarken zu verknüpfen.
Wachstumsziele im Plattformgeschäft
Im Mai veröffentlichte Versant aktuelle Geschäftszahlen, die den Kurs bestätigen. Der Umsatz im Plattformgeschäft – zu dem GolfNow, der Kinokartendienst Fandango sowie einige neu gestartete Direct-to-Consumer-Einheiten gehören – stieg um 9,5 Prozent auf 192 Millionen Dollar. Das Unternehmen hob dabei besonders das Wachstum in seinen Nachrichten- und Sportsparten hervor.
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Zur AktienanalyseDas strategische Ziel von Versant ist klar definiert: Die Führungskräfte streben eine Neugewichtung des Umsatzmixes an. Langfristig sollen 50 Prozent der Erlöse aus den Bereichen Digital, Plattform, Abonnements sowie werbefinanzierten und transaktionsbasierten Geschäften stammen. Damit will sich der Konzern unabhängiger vom klassischen, werbefinanzierten Kabelfernsehen machen – einem Geschäftsmodell, das branchenweit unter Druck steht.
Für Bruin Capital ist der Deal ein erheblicher Gewinn: Innerhalb von rund vier Jahren hat sich der Wert von Full Swing mehr als verdreifacht – von 160 Millionen auf 530 Millionen Dollar. Das unterstreicht das wachsende Interesse großer Medien- und Technologiekonzerne an der Schnittstelle von Sport, Unterhaltung und digitaler Simulation.

