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Venture Global gewinnt Schiedsverfahren gegen Shell

Tribunal bestätigt Vorgehen bei LNG-Lieferungen trotz Vorwürfen mehrerer Energiekonzerne

Venture Global gewinnt Schiedsverfahren gegen Shell

Venture Global hat im Rechtsstreit mit Shell einen Sieg vor einem Schiedsgericht errungen. Der US-amerikanische Flüssigerdgasproduzent setzte sich in dem Verfahren durch, in dem es um nicht gelieferte LNG-Ladungen aus langfristigen Verträgen ging, die ab 2023 hätten erfüllt werden sollen. Nach Bekanntgabe der Entscheidung legte die Aktie von Venture Global im nachbörslichen Handel um fast sechs Prozent zu.

Die Auseinandersetzung begann im vergangenen Jahr, als Shell gemeinsam mit weiteren Unternehmen wie BP, Edison und Galp Schiedsverfahren gegen Venture Global einleitete. Die Konzerne warfen dem US-Unternehmen vor, vertraglich zugesicherte Ladungen aus der Calcasieu-Pass-Exportanlage in Louisiana nicht geliefert zu haben. Stattdessen habe Venture Global das Gas auf dem Spotmarkt zu höheren Preisen verkauft und so von der Marktlage profitiert.

Venture Global wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, der Beginn des kommerziellen Betriebs habe sich wegen eines defekten elektrischen Systems verzögert. Dieser Mangel habe dazu geführt, dass die Anlage nicht optimal betrieben werden konnte. Das Unternehmen betonte, seine Vereinbarungen stets eingehalten zu haben. Die Schiedsgerichtsentscheidung entspreche dieser Position.

Shell erklärte in einer Stellungnahme, man sei mit dem Ausgang unzufrieden, akzeptiere jedoch den Spruch des Tribunals. Langfristige Verträge bildeten das Fundament der LNG-Industrie und seien entscheidend für Investitionen und nachhaltiges Wachstum, so das Unternehmen weiter. Venture Global hob hervor, dass die Branche sowie Investoren und Kreditgeber auf die Einhaltung ausgehandelter Verträge und auf das Vertrauen in erfahrene regulatorische und juristische Instanzen angewiesen seien.

Nach Angaben aus dem jüngsten Quartalsbericht hatte Venture Global zuvor mit einer möglichen Strafzahlung von bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar gerechnet. Einige der an dem Schiedsverfahren beteiligten Unternehmen sollen eine noch höhere Summe gefordert haben.

In nur drei Jahren ist Venture Global zum zweitgrößten LNG-Produzenten in den Vereinigten Staaten aufgestiegen und spielt eine zentrale Rolle dabei, dass das Land seine Position als weltweit führender Exporteur von Flüssigerdgas behauptet. Sollte das geplante CP2-Projekt in Louisiana umgesetzt und die bestehende Überproduktion beibehalten werden, könnte das Unternehmen im kommenden Jahr zur größten LNG-Gesellschaft der USA aufsteigen.

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