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Venezuela-Erdbeben: Opferzahl steigt auf 2.595 Tote

Nach den stärksten Beben seit über einem Jahrhundert kämpft Venezuela mit verheerenden Folgen – Schäden von über 10 Milliarden Dollar erwartet.

Venezuela-Erdbeben: Opferzahl steigt auf 2.595 Tote

Die Zahl der Todesopfer nach den Doppelbeben in Venezuela ist auf 2.595 gestiegen. Das teilte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez am Freitag mit – ein Anstieg von 300 gegenüber dem Vortag. Die Rettungsarbeiten dauern mehr als eine Woche nach den stärksten Erschütterungen des Landes seit über einem Jahrhundert an.

Rodríguez sprach auf ihrer ersten Pressekonferenz seit ihrer Machtübernahme im Januar, nachdem Präsident Nicolás Maduro im Zuge einer US-Militäroperation gefasst worden war. Mehr als 12.000 Menschen wurden demnach verletzt. Genaue Angaben zur Zahl der Vermissten machte sie nicht.

Laut einer inoffiziellen, weit verbreiteten Online-Liste gelten noch rund 38.500 Menschen als vermisst – verglichen mit fast 60.000 in den Tagen unmittelbar nach den Beben. Die Zahl ist damit zwar rückläufig, bleibt aber auf einem erschreckend hohen Niveau.

Das stärkste Erdbeben Venezuelas seit 1900

Dem ersten Beben der Stärke 7,2 folgte am vergangenen Mittwoch nur Sekunden später ein Hauptbeben der Stärke 7,5 – die stärksten Erschütterungen in Venezuela seit dem Jahr 1900. Die Beben verwandelten Gebäude in Caracas und im Küstenstaat La Guaira, dem am stärksten betroffenen Gebiet, in Trümmer. Auch der internationale Flughafen Simón Bolívar, das wichtigste Eingangstor zur Hauptstadt, wurde schwer beschädigt.

Nahezu alle Regierungsbeamten aus La Guaira kamen bei der Katastrophe ums Leben, wie Rodríguez erklärte. Den Behörden zufolge stürzten fast 800 Gebäude ein, darunter 189, die vollständig zerstört wurden. Eine vorläufige Satellitenanalyse von Forschern der NASA und der Oregon State University schätzt, dass etwa 58.870 Gebäude wahrscheinlich beschädigt oder zerstört wurden.

Schäden in Milliardenhöhe – auch Ölinfrastruktur betroffen

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) prognostiziert den direkten physischen Schaden auf 6,7 Milliarden US-Dollar – das entspricht etwa 6 Prozent des venezolanischen Bruttoinlandsprodukts. Der Risikomodellierer Verisk schätzt die wirtschaftlichen Gesamtschäden sogar auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

Die venezolanische Regierung erklärte, dass die Beben nur geringfügige Verzögerungen an den Ölterminals verursacht hätten und die Exporte nach der Katastrophe weitgehend stabil geblieben seien. Dennoch inspizierten die Behörden das Treibstoffterminal Catia La Mar des staatlichen Ölkonzerns PDVSA, das sich in einem der am stärksten betroffenen Gebiete befindet, auf mögliche Schäden.

Internationale Hilfe läuft auf Hochtouren

Die USA haben eine ihrer größten Katastrophenhilfen seit Jahren eingeleitet. Laut Reuters wurden vier Such- und Rettungsteams mit mehr als 900 Einsatzkräften in Venezuela stationiert, weitere rund 800 befinden sich in den karibischen Drehkreuzen Puerto Rico und Curaçao. Die Trump-Administration hat zudem zugesagt, 150 Millionen US-Dollar an humanitärer Hilfe zu mobilisieren.

Unter der Koordination der Vereinten Nationen hat die Katastrophe weltweite Unterstützung ausgelöst. Hilfe kommt unter anderem aus Brasilien, Mexiko, Kanada, Kuba und der Schweiz. Die venezolanische Regierung wies unterdessen Kritik zurück, sie habe zu langsam auf die Zerstörungen reagiert. Rodríguez betonte, dass ihre Regierung innerhalb weniger Stunden nach den Erschütterungen ein Notfalldekret erlassen habe, um den Zivilschutz und die Notfallprotokolle zu aktivieren.

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