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Vedanta ernennt neuen CEO und meldet 72 Prozent Gewinnsprung

Der indische Rohstoffkonzern Vedanta profitiert von stark gestiegenen Metallpreisen und stellt die Führung neu auf.

Vedanta ernennt neuen CEO und meldet 72 Prozent Gewinnsprung

Der indische Bergbau- und Rohstoffkonzern Vedanta hat am Donnerstag gleich zwei bedeutende Nachrichten verkündet: Arun Misra wird ab dem 1. August für eine einjährige Amtszeit die Position des CEO übernehmen. Gleichzeitig meldete das Unternehmen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinnanstieg von beeindruckenden 72 Prozent.

Misra leitet derzeit die Vedanta-Tochtergesellschaft Hindustan Zinc und wird von diesem Posten zurücktreten, um die neue Führungsrolle beim Mutterkonzern zu übernehmen. Der Wechsel an der Konzernspitze fällt in eine Phase, in der Vedanta von einem äußerst günstigen Marktumfeld für Basismetalle profitiert.

Starke Quartalszahlen dank höherer Metallpreise

Der konsolidierte Nettogewinn von Vedanta stieg im Quartal, das am 30. Juni endete, auf 54,73 Milliarden Rupien – umgerechnet rund 572,4 Millionen US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem die deutlich gestiegenen Preise für Basismetalle wie Zink, Kupfer und Silber. Die Nettogewinnmarge weitete sich dabei von 12 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 22 Prozent aus – ein deutliches Zeichen für die verbesserte Ertragskraft des Konzerns.

Der Umsatz von Vedanta legte im Juni-Quartal um 51 Prozent auf 234,56 Milliarden Rupien zu. Besonders stark entwickelte sich das kombinierte indische Zink- und Bleisegment mit einem Umsatzplus von fast 50 Prozent. Das Kupfersegment verzeichnete ein Umsatzwachstum von 34 Prozent, während sich der Umsatz im indischen Silbersegment mehr als verdoppelte.

Metallpreise als entscheidender Wachstumstreiber

Die Preise für Basismetalle festigten sich im Zeitraum von April bis Juni aufgrund einer Kombination aus Versorgungsunterbrechungen und stabiler Nachfrage. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten verstärkten zusätzlich die Sorgen um Verfügbarkeit und Logistik, was die Preise weiter stützte. Höhere Rohstoffpreise wirken sich in der Regel direkt positiv auf die Verkaufspreise und Margen von Bergbauunternehmen aus.

Konkrete Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Preisrally: Die Spotpreise für Zink stiegen im Jahresvergleich um 31 Prozent, Kupfer legte um 40 Prozent zu, und die Silberpreise haben sich laut Daten aus einer Mitteilung von Jefferies sogar mehr als verdoppelt. Analysten von Emkay Global hatten bereits zuvor darauf hingewiesen, dass der Anstieg der durchschnittlichen Zinkpreise das Wachstum im indischen Zinkgeschäft von Vedanta vorantreiben und zum Umsatz beitragen dürfte.

Kostensteigerungen dämpfen den Effekt leicht

Trotz der starken Ergebnisse stiegen auch die Kosten spürbar an. Die Rohstoffkosten des Unternehmens erhöhten sich um 37 Prozent, was die Gesamtausgaben um 33 Prozent auf 175,58 Milliarden Rupien trieb. Dies ist ein typisches Muster im Rohstoffsektor: Steigende Metallpreise erhöhen zwar die Erlöse, verteuern aber gleichzeitig die Einkaufskosten für Vorprodukte und Rohstoffe.

Auch die Tochtergesellschaften lieferten starke Ergebnisse: Hindustan Zinc meldete in der vergangenen Woche aufgrund der starken Metallpreise einen Gewinn, der sich mehr als verdoppelte. Vedanta Aluminium Metal, das nach einer Abspaltung von Vedanta entstandene reine Aluminiumunternehmen, berichtete ebenfalls am Donnerstag über einen mehr als verdreifachten Gewinnanstieg – begünstigt durch höhere Aluminiumpreise.

Die Aktionäre reagierten positiv auf die Neuigkeiten: Die Aktien von Vedanta schlossen nach Bekanntgabe der Ergebnisse 1,1 Prozent höher. Für deutsche Anleger, die im Rohstoffsektor engagiert sind oder eine Investition in Schwellenmarkt-Bergbauunternehmen erwägen, unterstreichen die Vedanta-Zahlen eindrucksvoll, wie stark Metallpreiszyklen die Gewinne in dieser Branche beeinflussen können.

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