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Vatikanbank startet Aktienindizes nach katholischen Werten – ETF-Pläne in Aussicht

Erstmals legt das Institut zwei Indizes auf, die ethische Kriterien der katholischen Lehre berücksichtigen.

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Vatikanbank startet Aktienindizes nach katholischen Werten – ETF-Pläne in Aussicht

Die Vatikanbank hat am Dienstag einen bedeutenden Schritt in die moderne Finanzwelt vollzogen und zwei Aktienindizes aufgelegt, die Unternehmen nach katholischen Wertvorstellungen auswählen. Mit dem Morningstar IOR Eurozone Catholic Principles Index und dem Morningstar IOR U.S. Catholic Principles Index betritt das Institut erstmals den Markt der thematischen Anlageprodukte. Die Indizes bilden mittel- und großkapitalisierte Unternehmen ab, die nach Ansicht der Bank mit katholischen ethischen Kriterien vereinbar sind.

Im Fokus der Auswahlkriterien stehen menschliche Beziehungen und soziale Gerechtigkeit. Zu den Schwergewichten im Eurozone-Index zählen der niederländische Halbleiterzulieferer ASML Holding und die Deutsche Telekom. Der US-Index führt unter anderem die Tech-Giganten Meta Platforms und Amazon als größte Positionen. Die Auswahl erfolgt nach strengen ethischen Vorgaben, die mit der katholischen Soziallehre im Einklang stehen müssen.

Die Einführung der Indizes eröffnet zugleich die Möglichkeit, diese künftig für börsengehandelte Fonds (ETFs) zu lizenzieren. Damit würde die Vatikanbank einem wachsenden Trend folgen: Laut PricewaterhouseCoopers stieg der globale ETF-Markt 2024 um fast 30 Prozent auf über 14 Billionen US-Dollar. Bis 2029 könnte das Volumen auf bis zu 30 Billionen Dollar anwachsen.

Wachsender Markt für werteorientierte Investments

Anlageprodukte mit sozialem und ethischem Fokus sprechen zunehmend ein bestimmtes Anlegersegment an. Die Ave Maria Mutual Funds, eine Fondsfamilie, die ebenfalls nach katholischen Prinzipien investiert, verwaltete im vergangenen Jahr bereits 3,8 Milliarden Dollar. Die Vatikanbank positioniert sich mit ihren neuen Indizes in diesem wachsenden Nischenmarkt.

Der Schritt ist auch Teil einer umfassenderen Strategie zur Imageverbesserung. Die offiziell als Institut für die Werke der Religion (IOR) bekannte Vatikanbank kämpft seit Jahrzehnten mit einem belasteten Ruf. Besonders der Zusammenbruch der Banco Ambrosiano 1982 und Vorwürfe der Geldwäsche sowie Verbindungen zum organisierten Verbrechen warfen lange Schatten auf das Institut.

Reformbemühungen nach Skandalen

Noch 2021 wurde der ehemalige IOR-Präsident Angelo Caloia wegen Geldwäsche und Veruntreuung von Millionen Euro verurteilt. Unter Papst Franziskus hat die Bank jedoch umfassende Reformen eingeleitet, um Transparenz und Compliance-Standards zu verbessern. Die Auflegung der Indizes nach ethischen Kriterien unterstreicht diesen Wandel und soll das Vertrauen in die Institution stärken.

Für deutsche Anleger könnten künftige ETF-Produkte auf Basis dieser Indizes eine Alternative zu herkömmlichen nachhaltigen Investments darstellen. Die Kombination aus religiösen Werten und modernen Finanzprodukten spricht vor allem Investoren an, die ihre Geldanlage mit ihren persönlichen Überzeugungen in Einklang bringen möchten.

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