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Varta in der Krise: Sanierung und Rettung

Beratungsgebühren steigen, Aktionäre gehen leer aus

Varta in der Krise: Sanierung und Rettung

Der Varta-Konzern, ansässig im schwäbischen Ellwangen, steckt seit Jahren in einer tiefen Krise, die maßgeblich durch Missmanagement verursacht wurde. Nur dank eines Sanierungsverfahrens, das unter Anwendung des Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetzes (StaRUG) durchgeführt wurde, konnte das Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt werden. Ein drastischer Schuldenschnitt war notwendig, wobei die Aktionäre ihren Einsatz verloren. Trotz dieses finanziellen Engpasses musste Varta im vergangenen und diesem Jahr insgesamt 43 Millionen Euro für Beratungsleistungen ausgeben. Ein erheblicher Teil dieser Summe, mehr als die Hälfte, ging an sieben Kanzleien, darunter die internationale Kanzlei Freshfields, die Varta nicht direkt beriet, sondern von mehreren Gläubigern des Unternehmens beauftragt wurde. Insgesamt erhielten die Anwälte von Freshfields rund acht Millionen Euro, mehr als die Kanzlei DLA Piper und die Investmentbank Rothschild, die das Unternehmen selbst eingeschaltet hatte.

Die Sanierung des Unternehmens wird zukünftig von dem österreichischen Investor Michael Tojner und dem Autobauer Porsche übernommen, die zusammen eine Kapitalspritze in Höhe von 60 Millionen Euro zur Rettung von Varta bereitgestellt haben. Ein Großteil dieser Summe fließt jedoch ebenfalls an Berater. Tojner und Porsche verursachten zusammen Kosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro, die Varta ebenfalls tragen musste. Für die Altaktionäre von Varta bleibt trotz dieser Rettungsmaßnahmen kein Geld übrig. Im Rahmen des StaRUG-Verfahrens wird ihr Anteil am Unternehmen auf null gesetzt, ohne dass eine Gegenleistung erfolgt.

Die Probleme des Unternehmens reichen weit zurück. Der einstige Höhenflug von Varta, ausgelöst durch die exklusiven Lieferungen von Lithium-Ionen-Batterien an Apple, brachte enorme Margen und führte zu einem schnellen Anstieg des Aktienkurses. Doch nach dem Boom der Unterhaltungselektronik in der Corona-Zeit stagnierte das Wachstum. Apple begann, auch Samsung SDI als Lieferanten zu akzeptieren, was die Renditen von Varta drastisch senkte. Gleichzeitig traten Qualitätsprobleme in der Produktion auf, die es dem Unternehmen erschwerten, seine Aufträge wie geplant zu erfüllen. Diese Rückschläge führten dazu, dass Varta immer tiefer in die Krise geriet und letztlich ein Sanierungsverfahren notwendig wurde.

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