ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Varta droht Kleinanlegern mit Ausschluss ohne Entschädigung

Anlegerschützer planen Klage gegen Konzern, der radikale Restrukturierung umsetzen will

Varta droht Kleinanlegern mit Ausschluss ohne Entschädigung

Der Batteriehersteller Varta befindet sich seit Monaten in einer anhaltenden Krise, was zu erheblichen Spannungen zwischen dem Unternehmen und seinen freien Aktionären geführt hat. Auf der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung wurde deutlich, dass der Vorstand plant, die Kleinanleger aus dem Unternehmen zu drängen, ohne dafür eine Kompensation zu zahlen. Diese Maßnahme soll im Rahmen des Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetzes (StaRUG) umgesetzt werden, was zu heftigen Reaktionen von Anlegerschützern geführt hat. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, kündigte rechtliche Schritte an, um die Interessen der freien Aktionäre zu verteidigen.

Die DSW vertritt in diesem Konflikt mehr als 3.000 Varta-Aktionäre. Diese machen derzeit noch 49,9 Prozent der Unternehmensanteile aus, während der Mehrheitsaktionär Michael Tojner über sein Unternehmen Montana Tech Components 50,1 Prozent der Aktien hält. Die Pläne von Varta sehen vor, durch einen Schuldenschnitt und eine Verlängerung der bestehenden Kredite die Unternehmensverbindlichkeiten von fast einer halben Milliarde Euro auf 230 Millionen Euro zu reduzieren. Gleichzeitig soll das Grundkapital auf null herabgesetzt werden, wodurch die freien Aktionäre ihre Anteile verlieren würden und das Unternehmen seine Börsennotierung einstellen müsste.

Nach diesem Schritt plant Varta, neue Aktien auszugeben, die allerdings ausschließlich von Tojner und dem Sportwagenhersteller Porsche gezeichnet werden sollen. Beide Parteien sind bereit, jeweils 30 Millionen Euro zu investieren, während von den Gläubigern weitere 60 Millionen Euro als Darlehen kommen sollen. Die freien Aktionäre hingegen haben angeboten, sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen. Sollte dies abgelehnt werden, fordern sie zumindest eine Entschädigung für den Verzicht auf ihre Bezugsrechte.

Die Krise bei Varta hat mehrere Ursachen. Neben Managementfehlern und einer zu großen Abhängigkeit vom Hauptkunden Apple leidet das Unternehmen unter der schwankenden Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, die beispielsweise in Kopfhörern verwendet werden. Zusätzlich wurde das Unternehmen im Februar Opfer eines Hackerangriffs, der die Produktion wochenlang lahmlegte. Neuere Geschäftszahlen liegen seitdem nicht vor, der Geschäftsbericht für 2023 wird Ende Oktober erwartet, während die Zahlen für das erste Quartal 2024 im November veröffentlicht werden sollen.

VartaFinanzenAktienAktionäre

Disclaimer