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Varta-Aktie mit historischem Anstieg

Porsche-Deal sorgt für Optimismus, Experten bleiben skeptisch bezüglich langfristiger Vorteile

Varta-Aktie mit historischem Anstieg

Die Aktie des Batterieherstellers Varta verzeichnete am Freitag den größten Tagesgewinn in der Firmengeschichte. Die Titel stiegen um 21,1 Prozent auf 10,77 Euro, nachdem das Unternehmen bekannt gab, mit Porsche über ein mögliches Mehrheitsinvestment in die Varta-Tochter V4Drive zu verhandeln. Der bisherige Rekord lag bei einem Plus von 16 Prozent. Anleger schöpfen nun Hoffnung, nachdem die Varta-Aktie in den letzten Jahren erheblich gesunken ist und immer noch über 90 Prozent unter dem Rekord von 2021 liegt. Ein Verkauf des Geschäfts für Elektroautobatterien könnte ein finanzieller Befreiungsschlag für Varta sein, erklärte Analyst Jürgen Molnar von RoboMarkets.

Jedoch bleiben einige Experten skeptisch. Analyst Robert-Jan van der Horst von der Privatbank Warburg bezeichnet die Kursreaktion als „deutlich überzogen“. Er betont, dass es sich um eine Kapitalerhöhung der Varta-Tochter handelt, durch die Porsche Mehrheitseigner wird, und somit kein Euro direkt an Varta fließt. Daher sei der Deal kein finanzieller Befreiungsschlag.

Varta hatte in der Nacht auf Freitag bekannt gegeben, dass beide Unternehmen über ein mögliches Mehrheitsinvestment Porsches in den Geschäftsbereich für großformatige Lithium-Ionen-Zellen (V4Drive) verhandeln. Dazu wurde bereits eine unverbindliche Absichtserklärung geschlossen. Zunächst soll die Varta-Tochter ausgelagert werden, und in einem zweiten Schritt würde Porsche sich über eine Kapitalerhöhung beteiligen. Ob der Deal zustande kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich einer eingehenden Prüfung der Bücher durch Porsche.

Finanzielle Details des Deals wurden von Varta nicht genannt, was die Einschätzung der Bedeutung des Deals erschwert. Ein anonymer Analyst betont, dass die Veräußerung vielleicht etwas Geld in die Kasse bringt und den Restrukturierungsprozess unterstützt, jedoch die Zukunftsaussichten nicht verbessert. Auch van der Horst hält den potenziellen Erlös selbst bei einem möglichen Komplettverkauf der Varta-Tochter an Porsche für gering. Porsche plant eine eigene Batteriezellproduktion und investiert dafür Milliarden Euro, während Varta mit einer wesentlich geringeren Produktionskapazität operiert.

Porsche wollte sich nicht äußern, da noch keine definitive Entscheidung getroffen wurde. Es ist jedoch bekannt, dass Porsche den Batterieauftrag und die Lieferkette für den 911er absichern möchte, insbesondere für die schrittweise Elektrifizierung des Modells. Analyst Pal Skirta vom Bankhaus Metzler sieht in einem möglichen Einstieg Porsches bei der Varta-Tochter Sinn, da Volkswagen's PowerCo auf Volumenmarken ausgerichtet ist und nicht auf Sport- oder Premiummarken wie Porsche.

Varta steckt bereits seit längerem in einer Krise, da die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen schwankt und das Unternehmen mit Billigkonkurrenz aus China sowie Lieferkettenproblemen zu kämpfen hat. Zudem wurde noch kein Jahresabschluss für 2023 vorgelegt, was mit den Folgen eines Cyberangriffs begründet wird. Im Juni kassierte das Unternehmen seine Umsatzziele und musste eingestehen, dass das Umstrukturierungskonzept nicht ausreicht, um bis Ende 2026 profitabel zu wachsen.

Mehrere Analysten haben in den vergangenen Monaten ihr Kursziel für Varta gesenkt. Von den sechs Analysten, die das Unternehmen noch beobachten, raten vier zum Verkaufen und zwei zum Halten. Van der Horst sieht keinen Grund, sein Kursziel von acht Euro zu erhöhen und betont, dass ein Update zur Restrukturierung im August entscheidend sein wird.

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