Vanguard Russell 1000 Growth ETF schlägt S&P 500 langfristig deutlich
Ein Vanguard-ETF übertrifft den S&P 500 seit über einem Jahrzehnt – mit fast drei Prozentpunkten mehr Rendite pro Jahr.

Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) gilt als eines der beliebtesten Anlageinstrumente für langfristig orientierte Anleger weltweit. Mit einer Gesamtkostenquote von lediglich 0,03 % und einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 15,03 % seit seiner Auflegung im Jahr 2010 ist er für viele Privatanleger die erste Wahl. Doch ein anderer Vanguard-ETF hat diesen Klassiker in den vergangenen Jahren konsequent übertroffen.
Der Vanguard Russell 1000 Growth ETF (VONG) existiert ebenfalls seit 2010 und weist eine Kostenquote von 0,06 % auf – im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten am Markt immer noch äußerst günstig. Seit seiner Auflegung erzielte der Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 16,84 % – mehr als ein voller Prozentpunkt pro Jahr mehr als der Vanguard S&P 500 ETF. In den vergangenen zehn Jahren fiel der Unterschied noch deutlicher aus: 18,48 % jährlich gegenüber rund 15,47 % beim S&P 500 ETF – ein Vorsprung von etwa drei Prozentpunkten pro Jahr.
Was steckt hinter dem Russell 1000 Growth Index?
Der Vanguard Russell 1000 Growth ETF bildet den Russell 1000 Growth Index ab, der als Maßstab für die Renditen von Large-Cap-Wachstumsaktien in den USA dient. Trotz seines Namens umfasst der Index lediglich rund 368 Positionen – deutlich weniger als der Name vermuten lässt. Die mittlere Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen liegt bei beeindruckenden 1,3 Billionen US-Dollar, und das durchschnittliche jährliche Gewinnwachstum einer Indexposition beträgt 33,7 %.
Zum Vergleich: Beim Vanguard S&P 500 ETF liegt das durchschnittliche jährliche Gewinnwachstum bei rund 23 %. Auch bei den Bewertungen zeigt sich ein klarer Unterschied. Die Positionen des Russell 1000 Growth ETF werden mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 36,4 gehandelt, während die Titel des S&P 500 ETF im Schnitt ein KGV von 27,5 aufweisen. Wachstum hat also seinen Preis – und Anleger zahlen ihn bereitwillig.
Der entscheidende Faktor für die Outperformance liegt in der sektoralen Zusammensetzung des Fonds. Fast 70 % der Fondspositionen entfallen auf Technologieunternehmen – beim S&P 500 ETF sind es lediglich 38 %. Mindestens acht der zehn größten Positionen des Vanguard Russell 1000 Growth ETF können dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zugeordnet werden. Die starke Konzentration auf Large-Cap-KI-Unternehmen war in den vergangenen Jahren der wichtigste Treiber der überdurchschnittlichen Renditen.
Höhere Chancen, aber auch höhere Risiken
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Zur AktienanalyseDiese Konzentration ist jedoch gleichzeitig der größte Risikofaktor des Fonds. Wer in den Vanguard Russell 1000 Growth ETF investiert, muss bereit sein, eine höhere kurzfristige Volatilität zu akzeptieren. Sollte der KI-Sektor unter Druck geraten oder an Dynamik verlieren, könnte sich die bisherige Outperformance gegenüber dem breiten Markt schnell umkehren.
Für langfristig orientierte Anleger, die ein größeres Aufwärtspotenzial anstreben und Kursschwankungen aushalten können, bietet der Vanguard Russell 1000 Growth ETF dennoch eine interessante Alternative zum klassischen S&P 500 ETF. Die historischen Daten aus mehr als einem Jahrzehnt sprechen eine klare Sprache – auch wenn vergangene Performance keine Garantie für künftige Ergebnisse darstellt. Entscheidend bleibt, ob der Wachstums- und KI-Trend langfristig anhält.


