Value schlägt Growth: Welche Anlagestrategie 2026 vorne liegt
Der Vanguard Value ETF übertrifft den Vanguard Growth ETF deutlich – geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten treiben die Rotation.

Der Markt sendet 2026 ein klares Signal: Value-Aktien sind zurück. Während der Vanguard Value ETF (VTV) seit Jahresbeginn ein Plus von 14,4 % verbucht, kommt der Vanguard Growth ETF (VUG) lediglich auf ein Kursplus von 1,8 %. Die Schere zwischen beiden Anlagestrategien ist damit deutlich aufgegangen – und das hat konkrete Gründe.
Investoren gehen mit Wachstums- und Mega-Cap-Technologiewerten zweifellos nicht mehr so um wie in der Vergangenheit. Das veränderte Marktumfeld spiegelt sich in den Kapitalflüssen wider: Anleger suchen Schutz in unterbewerteten, substanzstarken Unternehmen, anstatt auf hochbewertete Wachstumstitel zu setzen.
Die Treiber hinter der Value-Rallye
Gleich mehrere Faktoren befeuern das wachsende Interesse an Value-Aktien. Sorgen über den Iran-Konflikt belasten die allgemeine Risikobereitschaft der Investoren. Gleichzeitig hält die Inflation die Märkte in Atem und schürt Unsicherheit über den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). In einem solchen Umfeld tendieren Anleger erfahrungsgemäß dazu, defensive und günstig bewertete Titel gegenüber spekulativen Wachstumswerten zu bevorzugen.
Für viele dieser belastenden Faktoren ist derzeit keine klare Lösung in Sicht. Geopolitische Spannungen, hartnäckige Inflation und eine ungewisse Fed-Politik bilden ein Dreigestirn der Unsicherheit, das die Märkte noch länger beschäftigen dürfte.
Was bedeutet das für den Rest des Jahres 2026?
Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten dürften Value-Titel laut Analysten für den Rest des Jahres 2026 weiterhin im Vorteil sein. Die Outperformance von fast 13 Prozentpunkten zwischen VTV und VUG seit Jahresbeginn ist dabei kein kurzfristiges Rauschen, sondern spiegelt eine strukturelle Verschiebung in der Anlegerpräferenz wider.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung besonders relevant. Europäische Märkte weisen traditionell einen höheren Anteil an Value-Titeln auf – etwa aus den Bereichen Finanzen, Energie und Industrie. Eine anhaltende globale Rotation in Richtung Value könnte daher auch heimischen Portfolios zugutekommen, die stärker in klassischen Branchen investiert sind.
Die Frage, ob Growth langfristig wieder aufholt, bleibt offen. Solange jedoch Inflation, geopolitische Risiken und Fed-Unsicherheit das Marktgeschehen dominieren, spricht die aktuelle Datenlage klar für eine Fortsetzung der Value-Dominanz. Anleger, die ihre Portfolios entsprechend ausgerichtet haben, konnten 2026 bislang deutlich profitieren.


