Value-Aktien schlagen S&P 500 – und was steckt dahinter?
Value-ETFs übertreffen 2026 den S&P 500 deutlich – dank überraschender Tech-Positionen wie Micron, Intel und Alphabet.

Value-Aktien gelten oft als langweilig und wachstumsschwach. Doch wer in diesem Jahr auf Value-Indexfonds gesetzt hat, darf sich über starke Renditen freuen. Der Vanguard Value ETF (Ticker: VTV), der größte Value-ETF in den USA, ist im Jahr 2026 bis Ende Juni um 16% gestiegen – verglichen mit lediglich 8% beim S&P 500. Über die vergangenen zwölf Monate liegt der Vorsprung sogar bei 29% gegenüber 22% beim S&P 500.
Doch wie ist das möglich, angesichts des anhaltenden Booms rund um Künstliche Intelligenz und Tech-Aktien? Ein Blick in die Zusammensetzung des ETF liefert die überraschende Antwort. Die größte Position im Vanguard Value ETF ist Micron Technology – eine Aktie, die im vergangenen Jahr um bemerkenswerte 854% zugelegt hat. Ebenfalls unter den Top-10-Positionen finden sich Cisco mit einem Plus von 77% sowie Intel mit einem Anstieg von 499% in den letzten zwölf Monaten.
Tech-Aktien versteckt in Value-Indizes
Ähnliche Überraschungen zeigen sich beim iShares Russell 1000 Value ETF (Ticker: IWD), einem weiteren populären Value-Index-ETF. Dieser enthält zusätzlich Alphabet, die im vergangenen Jahr um 102% gestiegen ist. Value-Indizes sind also längst keine reinen Sammlungen klassischer Substanzwerte mehr – Tech-Konzerne haben sich tief in diese Indizes eingegraben.
Ein aktueller Bericht von Schroders Investment Management kommt zu dem Schluss, dass Value-Aktien eine gute Absicherung gegen KI-Risiken darstellen können, ohne auf Aktienengagement verzichten zu müssen. Gleichzeitig warnt der Bericht: Passive Value-Indexfonds reichen möglicherweise nicht aus, da viele prominente Value-Indizes ein erhebliches Engagement in den sogenannten „Magnificent Seven" oder anderen Technologieunternehmen aufweisen. Wer echte Value-Aktien sucht, muss heute tiefer graben.
Studienkredite: Neuer Zinsrabatt für automatische Zahler
Abseits der Börsenwelt gibt es eine relevante Neuigkeit für US-amerikanische Studienkreditnehmer. Das US-Bildungsministerium hat angekündigt, dass Kreditnehmer, die sich für das automatische Lastschriftverfahren anmelden, ab dem 1. Juli einen Zinsrabatt von einem Prozentpunkt erhalten – deutlich mehr als der bisherige Rabatt von 0,25%. Die Anmeldefrist läuft bis zum 30. September, der Rabatt gilt bis Juni 2028.
Derzeit nutzen nur 40% der Studienkreditnehmer das automatische Verfahren, verglichen mit mehr als 80% vor der Pandemie. Zum Vergleich: Rund 42 Millionen Amerikaner halten staatliche Studienkredite und schulden insgesamt mehr als 1,6 Billionen US-Dollar – ein Betrag, der die 1,1 Billionen Dollar an Kreditkartenschulden der Amerikaner übersteigt. Zwar sind die Ersparnisse durch den Rabatt überschaubar, doch auch kleine Beträge summieren sich über die Zeit.
401(k)-Sparen: Wo steht Amerika?
Der neueste „How America Saves"-Bericht von Vanguard zeigt: Der Medianbetrag, den Arbeitnehmer in von Vanguard verwaltete 401(k)-Pläne einzahlen, liegt bei 6,6% des Gehalts. Inklusive Arbeitgeberbeiträge steigt die mediane Sparquote auf 11,6%. Dieser Wert ist in den letzten fünf Jahren zwar langsam gestiegen, liegt aber weiterhin unter der von Experten empfohlenen Sparquote von 15%.
Weitere aufschlussreiche Zahlen aus dem Bericht: 14% der Arbeitnehmer schöpfen den gesetzlich erlaubten Höchstbetrag vollständig aus. 17% der Arbeitnehmer ab 50 Jahren nutzen sogenannte Catch-up-Beiträge, die es älteren Sparern erlauben, zusätzliche Beträge einzuzahlen. Lediglich 18% der Arbeitnehmer zahlen in Roth-Konten ein – eine Quote, die Finanzexperten als zu niedrig einschätzen, da Roth-Konten langfristig erhebliche Steuervorteile bieten können.
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Zur AktienanalyseGrassroots-Finanzbildung: Der 401(k) Champion Award
Im Mittelpunkt der aktuellen Folge des Motley Fool Hidden Gems Investing Podcasts steht Julie Jason, Gründerin und CEO von Jackson Grant Investment Advisors und Initiatorin des jährlichen 401(k) Champion Award. Dieser Preis zeichnet Menschen aus, die am Arbeitsplatz als Vorbilder, Mentoren und Aufklärer in Sachen Altersvorsorge fungieren.
Die Idee entstand laut Jason aus der Erkenntnis, dass die klassische Top-down-Aufklärung über 401(k)-Pläne oft nicht ausreicht. In den 1990er Jahren stellte sie fest, dass es kaum verständliche Bücher für 401(k)-Teilnehmer gab – und schrieb kurzerhand selbst eines. Daraus entwickelte sich ein Engagement für Finanzbildung auf Basisebene. „Wie bildet man eine 401(k)-berechtigte Person wirklich aus, die sich nicht die Zeit genommen hat, das Thema intensiv zu studieren?", fragt Jason. Die Antwort: durch Gleichgesinnte, die ihre eigenen Erfahrungen teilen – statt durch Belehrung von oben.


