ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Value-Aktien schlagen Growth – dank Amazon, Apple und Microsoft

Der Russell 1000 Value Index legt 2025 rund 20% zu, während sein Growth-Pendant 1,6% verliert – mit überraschenden Treibern.

Value-Aktien schlagen Growth – dank Amazon, Apple und Microsoft

Value-Aktien übertreffen in diesem Jahr ihre Wachstums-Pendants deutlich – doch die Unternehmen hinter diesem Comeback sind alles andere als klassische Value-Titel. Der Russell 1000 Value Index hat in diesem Jahr rund 20% zugelegt und damit den Russell 1000 Growth Index, der um 1,6% gefallen ist, klar hinter sich gelassen. Diese Entwicklung hat viele Anleger zunächst überrascht.

Die Erklärung liegt in einer Index-Neuzusammensetzung, die die Gewichte grundlegend verschoben hat. Bei der regulären Neugewichtung des Russell-Index im Juni wurden Tech-Giganten wie Amazon, Apple und Microsoft teilweise oder vollständig in den Russell 1000 Value Index verschoben. Gleichzeitig wanderten wichtige Chiphersteller wie Micron Technology, Advanced Micro Devices und Western Digital in den Growth-Index.

Was sind Value- und Growth-Aktien?

Zum besseren Verständnis: Value-Aktien werden traditionell mit einem Abschlag gegenüber dem Wert gehandelt, den die Gewinne eines Unternehmens nahelegen. Sie gelten als günstig bewertet. Growth-Aktien hingegen sind nicht billig – von ihnen wird erwartet, dass sie ihre Gewinne überdurchschnittlich schnell steigern. Dass Konzerne wie Amazon, Apple und Microsoft nun zumindest technisch als Value-Titel eingestuft werden, verdeutlicht, wie stark sich deren Bewertungen zuletzt abgekühlt haben.

Das Timing der Neugewichtung spielte dabei eine entscheidende Rolle. Die Umschichtung fand Ende Juni statt – genau in dem Moment, als Halbleiteraktien einen scheinbar unaufhaltsamen Aufschwung erlebten und die Megacap-Tech-Werte hinterherhinkten. Der Value-Index profitierte zunächst vom Chip-Boom, tauschte diese Titel dann gegen Amazon, Apple und Microsoft aus – genau als diese ihre jüngsten Tiefststände erreichten und anschließend wieder anzogen.

Rotation in defensive Sektoren

In den vergangenen Wochen haben Anleger zudem begonnen, einige der ehemals hochfliegenden Chip-Aktien zu verkaufen und in weniger beliebte Sektoren umzuschichten. Basiskonsumgüter und das Gesundheitswesen verzeichneten dabei Kursgewinne von rund 2% beziehungsweise 2,3% an einem einzigen Handelstag. Diese Rotation deutet darauf hin, dass Investoren nach Stabilität suchen und Gewinne aus dem Technologiesektor mitnehmen.

Das Ergebnis ist eine paradoxe Situation: Einige der Unternehmen, die lange Zeit als Symbole des künftigen Wirtschaftswachstums galten und den Markt dominierten, sind nun – zumindest nach der Indexdefinition – Value-Aktien. Die Performance-Lücke zwischen den beiden Russell-Benchmarks hat damit eine ganz neue Bedeutung bekommen und zeigt, wie sehr Index-Konstruktionen das Bild verzerren können.

Für deutsche Privatanleger, die in ETFs auf den Russell 1000 Value oder Growth investieren, ist diese Entwicklung besonders relevant. Die Zusammensetzung dieser Indizes kann sich durch jährliche Neugewichtungen erheblich verändern – und damit auch das Risiko- und Renditeprofil der entsprechenden Fonds. Ein Blick in die aktuellen Indexbestandteile lohnt sich daher mehr denn je.

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