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Vale-Verwaltungsrat lehnt Aktionär Previs Forderung nach Vorsitzenden-Absetzung ab

Der Verwaltungsrat des Eisenerzriesen Vale stellt sich gegen Pensionsfonds Previ – die Aktionärsabstimmung bleibt dennoch für den 22. Juli angesetzt.

Vale-Verwaltungsrat lehnt Aktionär Previs Forderung nach Vorsitzenden-Absetzung ab

Der Verwaltungsrat von Vale, dem weltgrößten Eisenerzproduzenten, hat sich gegen einen Vorstoß des brasilianischen Pensionsfonds Previ gestellt. Die Direktoren stimmten mehrheitlich gegen den Vorschlag, Verwaltungsratsvorsitzenden Daniel André Stieler vorzeitig abzuberufen. Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen, die aufgrund der Vertraulichkeit der Informationen anonym bleiben wollten.

Trotz der ablehnenden Haltung des Verwaltungsrats wird der Antrag auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 22. Juli zur Abstimmung gestellt. Die Entscheidung des Gremiums könnte jedoch die Empfehlungen von Stimmrechtsberatern und institutionellen Anlegern maßgeblich beeinflussen. Stielers Mandat läuft regulär im April 2027 aus.

Hintergrund: Previ fordert Neuaufstellung an der Spitze

Previ, Brasiliens größter Pensionsfonds und Verwalter der Altersvorsorge für Mitarbeiter der staatlich kontrollierten Banco do Brasil, hält eine Beteiligung von 7 % an Vale. Am 11. Juni beantragte der Fonds eine außerordentliche Hauptversammlung, um über die Abberufung Stielers abzustimmen. Dieser bekleidet den Vorsitz seit April 2023.

Die Mehrheit der Verwaltungsratsdirektoren hielt die von Previ vorgebrachten Gründe für die Abberufung für unzureichend. Vale selbst lehnte eine offizielle Stellungnahme ab. Der Vorstoß von Previ folgte auf eine interne Umstrukturierung der Führung des Pensionsfonds.

Einen weiteren Hintergrund liefert die jüngere Geschichte: Previ-Präsident João Fukunaga trat im vergangenen Jahr nach einer Prüfung durch den brasilianischen Rechnungshof zurück und verließ im Februar auch den Verwaltungsrat von Vale. Dies schwächte laut der brasilianischen Zeitung O Globo den Rückhalt für Stieler innerhalb des Pensionsfonds erheblich. Stieler selbst hatte Previ zwei Jahre lang unter dem ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro geleitet, bevor er 2021 in den Vale-Verwaltungsrat gewählt und später zum Vorsitzenden ernannt wurde.

Kandidaten für Vorsitz und Verwaltungsratssitz stehen bereit

Sollte die Hauptversammlung am 22. Juli dem Antrag von Previ zustimmen, würden separate Abstimmungen über einen neuen Verwaltungsratssitz sowie einen neuen Vorsitzenden folgen. Damit käme es zu einem direkten Wettbewerb zwischen den Kandidaten von Previ und jenen, die von der Mehrheit des derzeitigen Verwaltungsrats unterstützt werden.

Previ favorisiert für den Vorsitz das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Manuel Lino Oliveira, bekannt als „Ollie". Oliveira verfügt über mehr als 45 Jahre Erfahrung in Unternehmensfinanzierung und Strategie im Bergbausektor, unter anderem bei Anglo American und De Beers Consolidated Mines. Previ begründet seinen Vorschlag mit dem Ziel, die Corporate Governance von Vale zu stärken und nachhaltigen langfristigen Wert zu schaffen.

Als Gegenkandidat zum Vorsitz wird der derzeitige stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Marcelo Gasparino ins Rennen gehen. Gasparino ist Jurist und zugleich Mitglied des Verwaltungsrats des brasilianischen Ölkonzerns Petróleo Brasileiro.

Für den vakanten Verwaltungsratssitz nominiert Previ José Mauricio Pereira Coelho, einen ehemaligen CEO von Previ, der bereits von 2019 bis 2021 Vorsitzender von Vale war. Die Mehrheit des Vale-Verwaltungsrats will diesem Kandidaten die ehemalige BP-Managerin Ieda Gomes Yell entgegenstellen.

Aktionärsstruktur und weiterer Ausblick

Zu den weiteren bedeutenden Aktionären von Vale zählen neben Previ auch der japanische Handelskonzern Mitsui sowie die internationalen Vermögensverwalter BlackRock und Capital World Investors. Vor der Abstimmung am 22. Juli könnten laut Insidern noch weitere Kandidaten neben den bereits nominierten Personen in den Wettbewerb eintreten.

Das Ergebnis der außerordentlichen Hauptversammlung dürfte die Führungsstruktur eines der bedeutendsten Rohstoffunternehmen der Welt nachhaltig prägen. Vale spielt als weltgrößter Eisenerzproduzent eine zentrale Rolle für die globale Stahlproduktion und damit für Industrien weltweit – auch in Deutschland.

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