VAE warnen vor US-Iran-Konflikt und regionalen Spannungen
Diplomatischer Berater Gargash sieht ernste Risiken für Energieversorgung und Handel – auch für Europa.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eindringlich vor den Folgen einer weiteren militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran gewarnt. Anwar Gargash, diplomatischer Berater des VAE-Präsidenten, erklärte am Freitag, eine solche Eskalation würde eine ohnehin schon angespannte Lage in der Region weiter verkomplizieren. Die Aussagen fallen in eine Zeit erhöhter geopolitischer Unsicherheit am Persischen Golf.
Besonders besorgt zeigt sich Gargash über eine mögliche iranische Kontrolle über die Straße von Hormus. Diese strategisch bedeutende Meerenge ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – täglich passieren dort Millionen Barrel Öl und Gas. Eine Veränderung des Status quo an dieser Engstelle hätte nach Einschätzung Gargashs „ernsthafte Komplikationen zur Folge, die bis nach Europa reichen würden". Zudem würde eine iranische Kontrolle einen schwerwiegenden Präzedenzfall schaffen und politisiert werden, warnte er.
Europa soll Hormus-Frage als eigenes Problem begreifen
Die VAE appellieren ausdrücklich an die europäischen Nationen, die Situation an der Straße von Hormus nicht als fernes Problem zu betrachten. Gargash betonte, dass Europas Energieversorgung und sein Handel unmittelbar betroffen wären. Die europäische Initiative für die Straße von Hormus sei darauf ausgelegt, erst nach Ende eines Konflikts aktiv zu werden – wobei unklar bleibe, was diese Initiative konkret bewirken würde, so der Berater.
Gleichzeitig streben die VAE eine politische Lösung an. Gargash äußerte jedoch die Sorge, dass selbst eine solche Beilegung zusätzliche Komplikationen in der Region nach sich ziehen könnte. Die diplomatische Lage bleibt damit aus Sicht Abu Dhabis in jedem Szenario herausfordernd.
OPEC-Austritt nach drei Jahren Überlegung
Zum kürzlich vollzogenen Austritt der VAE aus der OPEC erklärte Gargash, dass diese Entscheidung bereits seit drei Jahren erwogen worden sei. „Wir sehen, dass wir uns dem Herbst des Kohlenwasserstoff-Zeitalters nähern. Wenn man also die Fähigkeit hat, zu produzieren, Einnahmen zu generieren und diese zu nutzen, dann sollte man das tun", sagte er. Unter den Produktionsbeschränkungen der OPEC hätten die VAE Kapazitäten eingebüßt – ein Umstand, der den Schritt aus Sicht Abu Dhabis wirtschaftlich notwendig machte.
Das iranische Atomprogramm bezeichnete Gargash als das derzeit wichtigste Anliegen der VAE. Es sei von der zweiten oder dritten Position auf den ersten Platz der Sicherheitsbedenken aufgerückt. „Wir sehen, dass der Iran in der Lage ist, jede Waffe einzusetzen, die er in der Hand hat – das haben wir gelernt", sagte Gargash. Diese Einschätzung unterstreicht die gewachsene Bedrohungswahrnehmung in Abu Dhabi.
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Zur AktienanalyseUSA als zentrale Größe für Golfstaaten
Gargash hob abschließend hervor, wie zentral die Vereinigten Staaten für die Verteidigungskalkulationen jedes Golfstaates geworden seien. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen, die auch die Grundprobleme der Region adressieren müssen, um künftige Komplikationen zu vermeiden. Die Aussagen verdeutlichen, wie eng Sicherheitspolitik, Energiestrategie und Diplomatie am Golf miteinander verknüpft sind – mit direkten Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und damit auch auf deutsche Verbraucher und Unternehmen.


