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VAE verlassen OPEC und OPEC+ – schwerer Schlag für Ölkartell

Die Vereinigten Arabischen Emirate treten aus OPEC und OPEC+ aus und schwächen damit das globale Ölkartell in einer kritischen Krisenphase erheblich.

VAE verlassen OPEC und OPEC+ – schwerer Schlag für Ölkartell

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben am Dienstag ihren Austritt aus der OPEC und der OPEC+ bekanntgegeben. Der Schritt versetzt den Ölexportgruppen und ihrem De-facto-Anführer Saudi-Arabien einen schweren Schlag – zu einem Zeitpunkt, an dem ein Krieg mit dem Iran einen historischen Energieschock ausgelöst und die Weltwirtschaft in Unsicherheit gestürzt hat.

Der überraschende Verlust der VAE, eines langjährigen OPEC-Mitglieds, könnte die Gruppe erheblich destabilisieren. Die OPEC hat trotz interner Unstimmigkeiten über Themen wie Geopolitik und Förderquoten stets versucht, nach außen hin eine geschlossene Front zu zeigen. Dieser Schritt gefährdet nun dieses Bild der Geschlossenheit fundamental.

Die Lage am Golf ist ohnehin angespannt: OPEC-Produzenten kämpfen bereits damit, ihre Ölexporte durch die Straße von Hormus zu verschiffen. Dieses enge Nadelöhr zwischen dem Iran und dem Oman ist von enormer strategischer Bedeutung – normalerweise wird durch diese Meerenge ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases transportiert. Der Iran hat Drohungen ausgesprochen und Angriffe auf Schiffe in der Region verübt.

Trumps Kritik an der OPEC als Hintergrund

Der Austritt der VAE stellt gleichzeitig einen bedeutenden Erfolg für US-Präsident Donald Trump dar. Trump hatte der OPEC wiederholt vorgeworfen, den „Rest der Welt abzuzocken", indem die Organisation die Ölpreise künstlich in die Höhe treibe. Darüber hinaus hatte Trump die militärische Unterstützung der USA für die Golfregion direkt mit den Ölpreisen verknüpft und erklärt, die USA würden zwar die OPEC-Mitglieder verteidigen, diese würden dies jedoch „ausnutzen, indem sie hohe Ölpreise durchsetzen".

Die VAE gelten als eines der wichtigsten Wirtschaftszentren der Region und als enger Verbündeter Washingtons. Dieser Hintergrund verleiht dem Austritt eine zusätzliche geopolitische Dimension, die weit über reine Energiepolitik hinausgeht.

Kritik an arabischen Verbündeten als Auslöser

Unmittelbarer Auslöser des Schritts war offenbar die Unzufriedenheit der VAE mit der Reaktion anderer arabischer Staaten auf iranische Angriffe. Anwar Gargash, der diplomatische Berater des Präsidenten der VAE, äußerte sich am Montag beim Gulf Influencers Forum deutlich kritisch.

„Die Länder des Golf-Kooperationsrates haben sich gegenseitig logistisch unterstützt, aber politisch und militärisch ist ihre Position meiner Meinung nach historisch gesehen am schwächsten", sagte Gargash. Er ergänzte: „Ich erwarte diese schwache Haltung von der Arabischen Liga und bin nicht überrascht darüber, aber ich habe sie nicht vom (Golf-)Kooperationsrat erwartet und bin darüber überrascht."

Diese scharfe öffentliche Kritik an den Golfpartnern unterstreicht, wie tief die Risse innerhalb der arabischen Staatenwelt im Zuge des Iran-Konflikts geworden sind. Für die OPEC bedeutet der Austritt der VAE nicht nur den Verlust eines bedeutenden Ölproduzenten, sondern auch einen symbolischen Vertrauensbruch, der die Handlungsfähigkeit des Kartells langfristig beeinträchtigen könnte.

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