VAE-Immobilienmarkt: Transaktionswerte sinken wegen Konflikt um 4 Prozent
Sechs Wochen nach Konfliktbeginn zeigen VAE-Immobiliendaten deutliche Spuren: Wiederverkäufe brechen um 24 Prozent ein.

Die Immobilienmärkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) spüren die Auswirkungen eines laufenden Konflikts deutlich. Wie ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des Property Monitor zeigt, sind die Transaktionswerte in den sechs Wochen seit Konfliktbeginn im Jahresvergleich um 4 Prozent gesunken. Besonders der Wiederverkaufsmarkt leidet: Die Werte bei Resales fielen im selben Zeitraum um 24 Prozent.
Einen Gegentrend verzeichnet hingegen das Off-Plan-Segment, also der Markt für noch nicht fertiggestellte Immobilien. Dort stiegen die Transaktionswerte im Jahresvergleich um 20 Prozent. Dieser Anstieg spiegelt jedoch weitgehend Kaufvertragsregistrierungen aus den Monaten Januar und Februar wider, da im März und in der ersten Aprilhälfte kaum neue Projekte gestartet wurden.
Dramatischer Einbruch in der Woche vom 5. bis 11. April
Besonders ausgeprägt war der Rückgang in der Woche vom 5. bis 11. April. In diesem Zeitraum gingen das gesamte Transaktionsvolumen und die Transaktionswerte im Jahresvergleich um jeweils 23 Prozent zurück. Den stärksten Einbruch verzeichnete das Villa-Segment: Das Volumen sank um 45 Prozent, die Werte um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Noch deutlicher fiel der Rückgang auf dem Sekundärmarkt aus. Dort brachen das Volumen um 54 Prozent und die Werte um 50 Prozent im Jahresvergleich ein. Der Off-Plan-Markt zeigte sich vergleichsweise widerstandsfähig: Das Volumen sank lediglich um 4 Prozent, während die Werte sogar um 7 Prozent zulegten.
Trotz des Rückgangs bei Volumen und Gesamtwerten stiegen die Transaktionspreise in der Woche vom 5. bis 11. April insgesamt um 11 Prozent im Jahresvergleich. Wohnungspreise erhöhten sich um 10 Prozent, Villenpreise um 4 Prozent. Auf dem Sekundärmarkt legten die Preise um 2 Prozent zu, während Off-Plan-Preise um 9 Prozent stiegen. Dies deutet darauf hin, dass zwar weniger Transaktionen stattfanden, die abgeschlossenen Deals aber zu höheren Preisen erfolgten.
Projektstarts nahezu zum Erliegen gekommen
Besonders auffällig ist der Rückgang bei Neubauprojekten. Vom 1. bis 14. April gab es laut Property Monitor keine wesentlichen Immobilien-Projektstarts – im Vergleich zu rund 7.000 Einheiten im gleichen Vorjahreszeitraum ein dramatischer Einschnitt. Die Gesamtzahl der Projektstarts von März bis zum 14. April belief sich auf lediglich etwa 2.000 Einheiten.
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Zur AktienanalyseAuch bei den Übergaben fertiger Immobilien zeigt sich ein deutliches Bild: Im Zeitraum vom 1. bis 14. April wurden nur rund 200 Einheiten übergeben, gegenüber etwa 1.300 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von rund 85 Prozent und unterstreicht, wie stark die Unsicherheit den Markt in seiner Gesamtheit bremst.
Für deutsche Investoren und Anleger, die den VAE-Immobilienmarkt als Beimischung oder Diversifikationsinstrument nutzen, liefern diese Daten ein gemischtes Bild: Während die Preise trotz allem steigen, signalisieren die stark rückläufigen Volumina und Projektstarts eine erhebliche Zurückhaltung der Marktteilnehmer. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die geopolitische Lage in der Region entwickelt.


