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USMCA-Neuverhandlung könnte sich bis ins Jahr 2027 hinziehen

US-Handelsbeauftragter Greer dämpft Erwartungen: Vollständige USMCA-Neuverhandlung braucht mehr Zeit als erhofft.

USMCA-Neuverhandlung könnte sich bis ins Jahr 2027 hinziehen

Die Neuverhandlung des USMCA-Freihandelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada könnte sich bis ins Jahr 2027 erstrecken. Das erklärte US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des US-Senats. Damit dämpft die Trump-Administration die Erwartungen an eine schnelle Einigung in dem für Nordamerikas Wirtschaft zentralen Handelsvertrag.

Trotz des langen Zeithorizonts für eine vollständige Neuverhandlung verfolgt Washington kurzfristigere Ziele. Die USA streben an, noch bis zum Ende dieses Jahres separate Interimsvereinbarungen mit Mexiko und Kanada auszuarbeiten. Diese Teilabkommen sollen Präsident Trump anschließend zur Prüfung vorgelegt werden.

Komplexe Themen bremsen die Verhandlungen

Bestimmte Verhandlungsthemen erweisen sich als besonders zeitaufwendig. Greer nannte dabei explizit die Frage nach der Höhe des US-Wertschöpfungsanteils bei Automobilen und anderen Produkten als einen der strittigen Punkte, der mehr Zeit in Anspruch nehmen könnte. Solche Regelungen legen fest, welcher Anteil eines Produkts in den USA hergestellt sein muss, um von den Vorzugszöllen des Abkommens zu profitieren.

Das USMCA – auf Deutsch auch als Nordamerikanisches Freihandelsabkommen der neuen Generation bekannt – trat im Jahr 2020 in Kraft und ersetzte das frühere NAFTA-Abkommen. Es regelt den Handel zwischen den drei nordamerikanischen Ländern und ist von enormer wirtschaftlicher Bedeutung: Der Handel zwischen den USA, Kanada und Mexiko umfasst jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von mehreren Billionen US-Dollar. Für Deutschland und Europa ist das Abkommen relevant, da viele europäische Unternehmen – darunter zahlreiche deutsche Automobilhersteller – Produktionsstätten in Nordamerika betreiben und von den Handelsregeln direkt betroffen sind.

Interimsabkommen als Zwischenlösung

Die Strategie der Trump-Administration, zunächst Teilabkommen anzustreben, deutet auf einen pragmatischen Verhandlungsansatz hin. Statt auf eine umfassende Einigung zu warten, sollen erste Ergebnisse noch in diesem Jahr gesichert werden. Die komplexeren und strittigen Themen – wie etwa die Wertschöpfungsregeln im Automobilsektor – würden dann in einer zweiten Phase bis 2027 verhandelt.

Für deutsche Privatanleger und Unternehmen mit Nordamerika-Exposure sind die Entwicklungen rund um das USMCA von Bedeutung. Unsicherheiten in den Handelsbeziehungen zwischen den drei größten nordamerikanischen Volkswirtschaften können Lieferketten, Produktionskosten und letztlich auch die Ergebnisse international aufgestellter Konzerne beeinflussen. Die Aussage Greers vor dem Senatsausschuss signalisiert, dass mit einer baldigen vollständigen Klärung vorerst nicht zu rechnen ist.

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