USDA senkt Winterweizen-Prognose: Dürre trifft US-Plains hart
Schwere Dürre in den US-Plains drückt die Produktion von Hard Red Winter Wheat auf den niedrigsten Stand seit 1957.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die amerikanische Winterweizenernte der Saison 2026/27 um 2% gegenüber dem Vormonat gesenkt. Grund ist eine schwere Dürre in den Great Plains, die vor allem die wichtigste Weizensorte des Landes, den sogenannten Hard Red Winter Wheat, massiv belastet. Die Produktionserwartung für diese Sorte fällt damit auf den niedrigsten Stand seit 1957.
Konkret erwartet das USDA für die Saison 2026/27 eine Winterweizenproduktion von 1,030 Milliarden Scheffel. Das liegt unter der Vormonats-Prognose von 1,048 Milliarden Scheffel und deutlich unter der letztjährigen Winterernte von 1,402 Milliarden Scheffel. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt damit rund 27% – ein erheblicher Einbruch für den US-Agrarsektor.
Besonders dramatisch ist die Lage bei Hard Red Winter Wheat, der in den USA am häufigsten angebauten Weizensorte. Die Produktion soll laut USDA auf nur noch 497 Millionen Scheffel sinken, nach 515 Millionen im Vormonat und weit unter der letztjährigen Ernte von 804 Millionen Scheffel. Das entspricht einem Rückgang von fast 38% im Jahresvergleich.
Ernte hat begonnen – vielerorts kaum Ertrag
In den wichtigsten Weizenanbaustaaten Kansas, Oklahoma und Texas hat die Ernte bereits begonnen. Doch insbesondere in den westlichsten Gebieten des sogenannten Weizengürtels fanden viele Landwirte kaum oder gar kein Getreide zum Ernten vor. Die Dürre hat die Bestände in diesen Regionen besonders stark dezimiert.
Das USDA bestätigte die schlechte Lage in seinem wöchentlichen Zustandsbericht vom Montag: Lediglich 25% der US-Winterweizenernte wurden als „gut bis exzellent" eingestuft. Dieser Wert ist der niedrigste für diesen Zeitpunkt im Jahr seit Beginn der USDA-Aufzeichnungen im Jahr 1986 – ein historischer Tiefstand, der die Schwere der aktuellen Situation unterstreicht.
Zusätzlicher Druck durch steigende Kosten und Handelskonflikte
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Zur AktienanalyseDer Produktionsrückgang trifft US-Landwirte in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage. Steigende Kraftstoff- und Düngemittelpreise, die unter anderem auf die Sperrung der Straße von Hormus zurückzuführen sind, belasten die Betriebe zusätzlich. Hinzu kommen Handelsstörungen durch die Zollstreitigkeiten von US-Präsident Donald Trump, die die Planungssicherheit für Agrarproduzenten weiter einschränken.
Für deutsche und europäische Beobachter ist die Entwicklung relevant, da die USA zu den weltweit größten Weizenexporteuren zählen. Ein deutlicher Rückgang der US-Produktion kann die globalen Weizenpreise beeinflussen und sich auf die internationalen Getreidemärkte auswirken. Anleger und Marktteilnehmer im Agrarsektor sollten die weiteren USDA-Berichte und die Entwicklung der Erntebedingungen in den Plains aufmerksam verfolgen.


