USA wollen Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden reduzieren
Tactical Resources CEO sieht 2026 als Jahr der praktischen Umsetzung für heimische Lieferketten

Die Vereinigten Staaten werden ihre starke Abhängigkeit von importierten Seltenerdmetallen nicht über Nacht beenden können, aber sie können das strategische Risiko durch den Aufbau einer inländischen Versorgung deutlich reduzieren. Dies erklärte Ranjeet Sundher, CEO des kanadischen Bergbauunternehmens Tactical Resources, in einem Exklusivinterview mit Investing.com. Der Manager betonte, dass die politische Aufmerksamkeit für kritische Mineralien in den USA seit Jahren zunehme, getrieben durch Bedenken zur nationalen Sicherheit und Lieferkettenstabilität.
"2026 sieht nach einem Jahr aus, in dem die Umsetzung wichtiger sein wird als der Ehrgeiz", so Sundher. Die politische Unterstützung sei bereits vorhanden, nun gehe es darum, diese in greifbare Fortschritte umzusetzen. Im vergangenen Jahr habe sich der Fokus verstärkt auf die Effizienz von Genehmigungsverfahren und die Beschleunigung realistischer Projekte verlagert, die zur Stärkung der heimischen Versorgung beitragen könnten.
Seltene Erden sind kritische Rohstoffe, die in Solarmodulen, Hightech-Waffen, Elektrofahrzeugen und Mobiltelefonen unverzichtbar sind. China dominiert als Weltmarktführer die globalen Lieferketten und raffiniert zwischen 47 und 87 Prozent von Kupfer, Lithium, Kobalt, Graphit und Seltenen Erden, wie Daten der Internationalen Energieagentur zeigen. Die G7-Staaten – mit Ausnahme Japans – sind entweder stark oder vollständig auf chinesische Lieferungen angewiesen.
Handelsstreit verschärft strategische Bedeutung
Die strategische Bedeutung dieser Rohstoffe zeigte sich zuletzt im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking. China drohte als Vergeltung für US-Strafzölle mit strengen Exportbeschränkungen für Seltene Erden. US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping erzielten im Oktober ein Abkommen, in dem China zusagte, einige Exportbeschränkungen zu verzögern und optimierte Lizenzen für bestimmte Unternehmen zu erteilen.
"Seltene Erden bleiben strategisch sensibel, und die Versorgungsbedingungen können sich aufgrund politischer oder handelspolitischer Überlegungen schnell ändern", warnte Sundher. Diese anhaltende Unsicherheit sei der Grund, warum Regierungen und Kunden weiterhin inländische und verbündete Lieferketten priorisieren würden. Das Ziel sei nicht, den globalen Handel zu ersetzen, sondern die Anfälligkeit für Volatilität und Konzentrationsrisiken zu verringern.
Ungleiche Fortschritte in der Wertschöpfungskette
Länder wie die USA und Australien hätten "echte Fortschritte" bei der Verringerung ihrer Abhängigkeit gemacht, allerdings ungleichmäßig innerhalb der Wertschöpfungskette. Australien verfüge über etablierte Stärken im Bergbau, während sich die USA zunehmend auf den Wiederaufbau von Verarbeitungs- und nachgelagerten Kapazitäten konzentrierten. "Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn Chinas Vorteil liegt nicht nur in der Gewinnung – er liegt in der Verarbeitung und Trennung", erklärte der Tactical Resources-Chef.
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Zur AktienanalyseProjekte, die die Verarbeitung vereinfachen und Material im Inland halten könnten, seien besonders wichtig. Das in Vancouver ansässige Unternehmen Tactical Resources plant über eine Blankoscheck-Fusion eine Notierung an der Nasdaq und will eine auf die USA fokussierte Plattform für Seltene Erden aufbauen. Kernstück ist das Peak Project in Texas, eine der wenigen Hartgesteins-Gelegenheiten für Seltene Erden in den USA mit direkter Laugung.
Die Entwicklungsstrategie umfasst die Förderung der Genehmigung für eine modulare Verarbeitungsanlage, die Fortsetzung der metallurgischen Entwicklung und die Bewertung von Portfolio-Erweiterungen. Sundher betonte, sein Unternehmen konzentriere sich auf "Geologie und Mineralogie, die eine sauberere, unkompliziertere Gewinnung ermöglichen". Dadurch könnten zusätzliche Verarbeitungsschritte vermieden werden, die Material historisch ins Ausland verlagert hätten.


