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USA vs. China: Machtkampf um Venezuelas Ölschulden

Die USA haben die Kontrolle über Venezuelas Ölerlöse übernommen und drohen damit, Chinas Ansprüche auf Schuldenzahlungen zu durchkreuzen. Der Konflikt könnte die Umschuldung des südamerikanischen Landes erheblich erschweren.

USA vs. China: Machtkampf um Venezuelas Ölschulden

Die Vereinigten Staaten haben Anfang Januar die Kontrolle über die Finanzströme aus venezolanischen Ölverkäufen übernommen – und damit einen potenziellen Konflikt mit China ausgelöst. Peking hat dem krisengeschüttelten OPEC-Mitglied rund 15 Milliarden Dollar geliehen, etwa ein Zehntel der gesamten Auslandsschulden von 150 Milliarden Dollar. Diese Kredite wurden bislang durch direkte Öllieferungen bedient.

Komplexe Gläubigerstruktur

Christopher Hodge, Chefökonom bei Natixis und ehemaliger Beamter des US-Finanzministeriums, warnt vor den Folgen: "Selbst unter den besten Umständen wäre dies sehr kompliziert geworden – der Versuch, zu entwirren, wo all diese Gläubiger in der Kredithierarchie stehen." Die amerikanische Kontrolle über Venezuelas Haupteinnahmequelle sei beispiellos.

Dokumente des staatlichen Ölkonzerns PDVSA belegen, dass in den letzten fünf Jahren drei Supertanker regelmäßig zwischen Venezuela und China pendelten. Das Öl diente als Zinszahlung im Rahmen einer 2019 getroffenen Vereinbarung. Die Erlöse flossen auf ein von Peking kontrolliertes Konto – selbst als Sanktionen und der Zahlungsausfall von 2017 Zahlungen an andere Gläubiger blockierten.

Trump lenkt Ölerlöse um

Die Trump-Administration hat nun angeordnet, dass die Erlöse aus venezolanischen Ölverkäufen auf ein von Washington kontrolliertes Konto in Katar fließen. Dies verschafft dem US-Präsidenten erheblichen Einfluss darüber, welche Gläubiger wann bezahlt werden. Das chinesische Außenministerium reagierte mit scharfer Kritik und forderte, dass "die legitimen Rechte und Interessen Chinas und anderer Länder in Venezuela geschützt werden müssen".

Auswirkungen auf Umschuldung

Schuldenexperten befürchten, dass der Machtkampf zwischen Washington und Peking die ohnehin schwierige Restrukturierung der venezolanischen Schulden weiter verkompliziert. Zudem könnte Chinas Bereitschaft zur Kooperation bei Umschuldungsvereinbarungen für andere Entwicklungsländer leiden. Ein US-Beamter erklärte am Donnerstag, China dürfe weiterhin venezolanisches Öl kaufen – allerdings nicht mehr zu den "unfairen, unterbotenen" Preisen wie bisher.

Bedeutung für deutsche Investoren

Für deutsche Anleger mit Engagements in Schwellenländeranleihen ist die Entwicklung von Bedeutung. Der Fall zeigt, wie geopolitische Spannungen die Rechte von Gläubigern beeinflussen können. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Taylor Rogers, betonte gegenüber Reuters, Trump habe ein Ölabkommen ausgehandelt, das "dem amerikanischen und venezolanischen Volk zugutekommen wird".

Das Forschungslabor AidData der US-Universität William & Mary, das Kreditvergaben verfolgt, dokumentiert seit Jahren die komplexen Finanzströme zwischen Venezuela und China. Die neue Situation schafft nun eine beispiellose Konstellation, in der ein Drittstaat die Schuldenbedienung eines souveränen Landes kontrolliert.

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