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USA verhandeln mit Europa über Raketen-Koproduktion am NATO-Gipfel

Gespräche über AMRAAM- und Patriot-Raketen sollen US-Produktionskapazitäten entlasten und Europas Rüstungsbasis stärken.

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USA verhandeln mit Europa über Raketen-Koproduktion am NATO-Gipfel

Die USA führen Gespräche mit Deutschland und weiteren europäischen Nationen über den Aufbau einer gemeinsamen Produktion von Raytheons AIM-120 AMRAAM-Raketen in Europa. Zusätzlich soll eine Wartungseinrichtung für Lockheeds PAC-3 Patriot-Raketen auf dem Kontinent entstehen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Quelle, die anonym bleiben wollte.

Im Falle einer Umsetzung könnten beide Projekte erhebliche Kapazitäten in den US-Werken von Raytheon und Lockheed Martin freisetzen. Dies würde es den amerikanischen Rüstungsriesen ermöglichen, ihre Inlandsproduktion deutlich hochzufahren – ein Ziel, das in Washington angesichts wachsender Lieferengpässe zunehmend an Dringlichkeit gewinnt.

Absichtserklärung am NATO-Gipfel in Ankara

Die beteiligten Länder sollen am Rande des NATO-Gipfels in Ankara im Rahmen eines NATO-Industrieforums eine Absichtserklärung unterzeichnen. Der Gipfel findet am 7. Juli statt. Die Quelle sprach unter der Bedingung der Anonymität, offizielle Bestätigungen stehen noch aus.

Sowohl PAC-3-Raketen für Patriot-Luftabwehreinheiten als auch AIM-120C-8-Raketen – die von NASAMS-Luftabwehrsystemen sowie von F-16-Kampfjets abgefeuert werden können – sind in der Ukraine derzeit stark nachgefragt. Kiew setzt diese Systeme seit der umfassenden russischen Invasion im Jahr 2022 zur Abwehr russischer Angriffe ein. Der anhaltende Krieg hat die US-Waffenbestände erheblich belastet.

Trumps Druck auf europäische Verbündete

US-Präsident Donald Trump hat die europäischen Verbündeten wiederholt dafür kritisiert, sich in Sicherheitsfragen zu stark auf die Vereinigten Staaten zu verlassen. Er drängt die NATO-Partner, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen und mehr US-Ausrüstung zu kaufen. Zeitweise drohte Trump sogar damit, die USA aus der NATO zurückzuziehen.

Gleichzeitig hat Trump die Koproduktion von US-Waffen mit Europa aktiv gefördert. Dieser scheinbare Widerspruch spiegelt die komplexe Sicherheitspolitik der aktuellen US-Regierung wider: Einerseits soll Europa mehr Eigenverantwortung übernehmen, andererseits sollen US-Rüstungsunternehmen von europäischen Aufträgen profitieren.

Defense Production Act und Munitionsengpässe

Mitte Juni griff Trump auf den Defense Production Act zurück, um Engpässe bei der Waffenlieferung und -entwicklung für die Munitionsproduktion sowie die Lieferketten zu beheben. Dieser Schritt folgte auf wachsende Besorgnis in Washington über die Kapazitäten der US-Waffenhersteller, die steigende Nachfrage zu decken.

Hintergrund ist die doppelte Belastung der amerikanischen Rüstungsindustrie: Sowohl der Krieg gegen den Iran als auch der anhaltende Krieg in der Ukraine haben die US-Waffenbestände stark erschöpft. Eine Verlagerung von Teilen der Produktion nach Europa könnte die Versorgungslage für alle Beteiligten verbessern – und gleichzeitig die europäische Rüstungsbasis nachhaltig stärken. Für Deutschland und andere europäische NATO-Mitglieder würde eine solche Koproduktion zudem den Aufbau eigener industrieller Kapazitäten im Verteidigungsbereich bedeuten.

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