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USA verbieten neue Offshore-Bohrungen großflächig

Bidens Entscheidung schützt Küsten, stößt aber auf Widerstand von Industrie und Republikanern

USA verbieten neue Offshore-Bohrungen großflächig

US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, neue Offshore-Öl- und Gasentwicklungen entlang der meisten Küsten der Vereinigten Staaten zu verbieten. Diese Entscheidung, die Biden im Einklang mit dem Outer Continental Shelf Lands Act trifft, betrifft Bundesgewässer an der Ost- und Westküste, den östlichen Golf von Mexiko sowie Teile der nördlichen Beringsee in Alaska. Insgesamt werden 625 Millionen Acres, das entspricht rund 253 Millionen Hektar, von dem Verbot betroffen sein. Die Maßnahme ist Teil von Bidens Agenda zur Bekämpfung des Klimawandels und seinem Ziel, bis 2030 30 Prozent der US-Land- und Wasserflächen unter Schutz zu stellen.

Biden begründete die Entscheidung unter anderem mit den Folgen der Ölkatastrophe der Deepwater Horizon im Jahr 2010. Er betonte, dass das geringe Potenzial der betreffenden Gebiete für Ölbohrungen die damit verbundenen Risiken für Gesundheit und Wirtschaft nicht rechtfertige. Laut seiner Aussage birgt das Bohren vor den Küsten irreversible Schäden, die weder den Aufwand noch die Gefahr wert seien. Er verwies zudem auf die Bedeutung dieser Entscheidung für Küstengemeinden, Unternehmen und Freizeiteinrichtungen, die von unberührten Stränden und sauberen Gewässern abhängen.

Die Reaktionen auf Bidens Ankündigung sind gespalten. Während Umweltschutzorganisationen wie Oceana den Schritt als wichtigen Sieg feiern, kritisieren Vertreter der Öl- und Gasindustrie die Entscheidung scharf. Der Präsident des American Petroleum Institute, Mike Sommers, warnte vor negativen Auswirkungen auf die Energiesicherheit der Vereinigten Staaten und forderte den Kongress auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. Die Republikanische Partei und Vertreter der Industrie werfen Biden vor, eine politisch motivierte Entscheidung getroffen zu haben, die langfristig die inländische Energieproduktion schwächen könnte.

Der designierte Präsident Donald Trump hat bereits angekündigt, die Klimapolitik seines Vorgängers rückgängig zu machen. Bidens Entscheidung dürfte jedoch schwer zu revidieren sein, da ein Gericht 2019 feststellte, dass der Outer Continental Shelf Lands Act keine rechtliche Grundlage bietet, bestehende Verbote aufzuheben. Selbst Trump hatte während seiner Amtszeit von dieser Gesetzgebung Gebrauch gemacht, um Verkäufe von Offshore-Bohrrechten im Golf von Mexiko bis 2032 zu verbieten.

Befürworter der Maßnahme heben hervor, dass sie eine nachhaltige Zukunft für Küstenregionen und Fischerei sichert. Kritikern zufolge gefährdet sie jedoch die Energieunabhängigkeit und wirtschaftliche Stabilität der Vereinigten Staaten.

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