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USA und Mexiko verhandeln USMCA-Reform: Strengere Ursprungsregeln für Autos

Washington fordert US-spezifischen Mindestanteil bei Fahrzeugen – drei Verhandlungsrunden bis Ende Juli geplant.

USA und Mexiko verhandeln USMCA-Reform: Strengere Ursprungsregeln für Autos

US-amerikanische und mexikanische Unterhändler haben am Donnerstag formelle Gespräche zur Überarbeitung des nordamerikanischen Handelsabkommens USMCA aufgenommen. Im Mittelpunkt stehen strengere regionale Ursprungsregeln – insbesondere ein US-spezifischer Mindestanteil für in Mexiko produzierte Pkw und Lkw. Der genaue Prozentsatz, den Washington anstrebt, war zunächst nicht bekannt.

Der neue Standard ist in Textentwürfen zur Änderung des US-Mexiko-Kanada-Abkommens enthalten, wie zwei mit der US-Verhandlungsposition vertraute Personen gegenüber Reuters erklärten. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer machte die Stoßrichtung bereits am Dienstag deutlich: „Ich denke, dass wir im Zuge dieser Verhandlungen über Ursprungsregeln in einer Weise sprechen werden, die den US-Anteil an diesen Waren erhöht."

Billionenschwerer Handelspakt steht auf dem Prüfstand

Das USMCA ist seit sechs Jahren in Kraft und stützt ein jährliches trilaterales Handelsvolumen von fast 1,6 Billionen US-Dollar. Das Abkommen schreibt bereits heute vor, dass 40 bis 45 Prozent des Wertes nordamerikanisch gebauter Fahrzeuge in Fabriken mit höheren Löhnen – faktisch in den USA oder Kanada – hergestellt werden müssen. Diese Regelung basiert auf einer Liste von Kernkomponenten wie Motoren, Getriebe, Karosserieteile und Fahrwerkskomponenten.

Die nun geforderten Änderungen stellen eine signifikante Abkehr vom bestehenden Abkommen dar. Geplant sind insgesamt drei bilaterale Verhandlungsrunden bis Ende Juli, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) mitteilte. Die laufende erste Runde endet am Freitag in Mexiko-Stadt. Kanada ist von den aktuellen Gesprächen zunächst ausgeschlossen.

Die Verhandlungen werden durch die Zollpolitik der Trump-Regierung erheblich erschwert. Washington erhebt derzeit 25 Prozent Zölle auf Autos und Autoteile sowie 50 Prozent auf Stahl, Aluminium und Kupfer – was den drei Jahrzehnte währenden zollfreien nordamerikanischen Handel faktisch beendet hat. Greer erklärte, Washington werde zumindest einige Zölle auf mexikanische und kanadische Industriegüter beibehalten, möglicherweise jedoch zu Präferenzsätzen.

Stahl im Fokus: Schlupflöcher für chinesische Importe schließen

Auch die Stahlindustrie steht im Zentrum der Verhandlungen. Barry Zekelman, CEO des Stahlrohrherstellers Zekelman Industries, erklärte gegenüber Reuters, den Stahlproduzenten sei mitgeteilt worden, dass USTR-Unterhändler auf eine neue Anforderung drängen werden: Mexikanischer und kanadischer Stahl, der bevorzugte US-Zollbehandlung erhält, müsse künftig in Nordamerika geschmolzen und gegossen werden. Im aktuellen USMCA gibt es keine solche Vorschrift.

Zekelman zufolge würde diese Regelung die Flut chinesischer Stahlkomponenten in mexikanische Fertigungsbetriebe reduzieren. Zudem wolle das USTR, dass Mexiko die US-Zölle auf Stahlimporte und aus Stahl hergestellte Derivate für Einfuhren von außerhalb Nordamerikas übernimmt. „Was sie jetzt tun werden, ist, alle noch bestehenden Schlupflöcher zu schließen", so Zekelman.

Trotz der komplexen Ausgangslage gibt es auch optimistische Stimmen. Dan Ujczo, Anwalt beim kanadischen Öl- und Gasproduzenten Cenovus Energy und Spezialist für nordamerikanischen Handel, glaubt, dass die drei Länder ihre Differenzen überwinden können. Ziel sei es, den Handelspakt mit strengeren regionalen Inhaltsregeln und mehr Handelsschutz gegenüber Nicht-Marktwirtschaften wie China zu ändern und zu verlängern. „Das Ziel bleibt, dass Kanada und Mexiko mittel- bis langfristig in der Lage sein müssen, den bevorzugtesten Zugang zu den Vereinigten Staaten von allen Ländern der Welt zu erhalten", sagte Ujczo.

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