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USA und Mexiko eröffnen Anlage gegen Neuwelt-Schraubenwurmfliege

Ein 50-Millionen-Dollar-Gemeinschaftsprojekt soll den gefährlichen Viehparasiten mit sterilen Fliegen bekämpfen und ausrotten.

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USA und Mexiko eröffnen Anlage gegen Neuwelt-Schraubenwurmfliege

Die USA und Mexiko haben in Metapa de Dominguez, nahe der guatemaltekischen Grenze, eine neue Produktionsanlage zur Bekämpfung der Neuwelt-Schraubenwurmfliege eingeweiht. Das gemeinsame Projekt kostet über 50 Millionen US-Dollar und soll bei voller Kapazität bis zu 100 Millionen sterile Fliegen pro Woche produzieren. Der Parasit verursacht seit November 2024 erhebliche Schäden in der mexikanischen Viehwirtschaft – und seit Juni 2026 auch in den USA.

Die Bekämpfungsmethode basiert auf einem bewährten biologischen Prinzip: Sterile Männchen paaren sich mit wilden Weibchen, die dadurch keine lebensfähigen Nachkommen produzieren. Diese Technik trug bereits vor Jahrzehnten zur erfolgreichen Ausrottung der Plage in Nordamerika bei und soll nun erneut zum Einsatz kommen.

Stufenweiser Hochlauf der Produktion

Laut Bloomberg ist ein schrittweiser Aufbau der Kapazitäten geplant. Ab Juli sollen zunächst 30 Millionen Puppen wöchentlich produziert werden, im August soll die Zahl auf 60 Millionen steigen, und ab November soll die volle Kapazität von 100 Millionen Fliegen pro Woche erreicht werden. Zusammen mit einer bereits bestehenden Anlage in Panama, die ebenfalls 100 Millionen Fliegen wöchentlich liefert, soll die Gesamtkapazität auf 200 Millionen Fliegen pro Woche anwachsen.

Bei der Eröffnung betonte US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins im Beisein der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum die Zuversicht, den Parasiten erneut besiegen zu können. US-Botschafter Ronald Johnson kündigte zudem weitere 84 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln an. Hintergrund: Eine flächendeckende Ausbreitung der Schraubenwurmfliege könnte die US-Agrarwirtschaft jährlich über 700 Millionen US-Dollar kosten.

Kritik an zu langsamem Handeln

Trotz der Fortschritte warnen Experten, dass die aktuellen Kapazitäten zur vollständigen Ausrottung des Schädlings noch nicht ausreichen. Kritik richtet sich gegen das langsame Handeln der Behörden: Die Panama-United States Commission (COPEG) warnte bereits 2023 vor der nordwärts gerichteten Ausbreitung des Parasiten, doch Pläne für neue Anlagen wurden erst 2025 bekanntgegeben. In Mexiko wurden bisher über 30.000 Tiere infiziert. Eine weitere US-Anlage in Texas befindet sich zwar im Bau, soll jedoch erst Ende 2027 in Betrieb gehen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Befalls sind bereits jetzt gravierend. Seit Mai 2025 halten die USA ihre Grenze für mexikanische Lebendtiere weitgehend geschlossen, was den Handel von jährlich über einer Million Tieren zum Erliegen gebracht hat. US-Mastbetriebe melden leere Kapazitäten, während die Bestände verknappen.

Strukturwandel in der mexikanischen Landwirtschaft

Der Handelsstopp hat in Mexiko einen bemerkenswerten Strukturwandel ausgelöst. Da Lebendexporte ausbleiben, investieren mexikanische Rancher verstärkt in die heimische Mast und Schlachtung. Dies führte 2026 zu einem Anstieg der mexikanischen Rindfleischexporte in die USA – ein unerwarteter Nebeneffekt der Krise.

Präsidentin Sheinbaum unterstrich bei der Eröffnung, dass grenzüberschreitende Herausforderungen dieser Art nur durch enge Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungen bewältigt werden könnten. Die neue Anlage gilt als Symbol dieser bilateralen Kooperation – auch wenn der Weg zur vollständigen Eindämmung des Parasiten noch lang ist.

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