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USA und Mexiko bekämpfen Schraubenwurm-Ausbruch mit neuer Anlage

Eine gemeinsame Investition von über 50 Millionen Dollar soll den Rindermarkt vor dem parasitären Schädling schützen und den Handel stabilisieren.

USA und Mexiko bekämpfen Schraubenwurm-Ausbruch mit neuer Anlage

Die USA und Mexiko haben gemeinsam eine hochmoderne Anlage zur Produktion steriler Fliegen im mexikanischen Metapa de Dominguez, Chiapas, eingeweiht. Die Investition übersteigt 50 Millionen Dollar und ist Teil einer umfassenden Strategie gegen den Neuwelt-Schraubenwurm. Dieser Parasit bedroht die nordamerikanische Viehwirtschaft seit seiner Wiederentdeckung Ende 2024 massiv.

Der Neuwelt-Schraubenwurm befällt die Wunden warmblütiger Tiere und hat sich seit der ersten bestätigten Infektion in Mexiko im November 2024 rasant ausgebreitet. Mehr als 30.000 Tiere in Mexiko wurden bereits infiziert. Anfang dieses Monats wurden zudem die ersten Fälle bei Nutztieren in Texas bestätigt – die ersten auf US-amerikanischem Boden seit rund 50 Jahren.

Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. US-Botschafter Ronald Johnson warnte, dass ein unkontrollierter Befall den amerikanischen Agrarsektor jährlich mehr als 700 Millionen Dollar kosten könnte. Die Dringlichkeit des Handelns ist damit klar.

Bewährte Methode: Sterile Insekten als Waffe

Die Anlage in Metapa setzt auf die sogenannte Sterile-Insekten-Technik – ein Verfahren, das den Schädling vor Jahrzehnten bereits erfolgreich aus Nordamerika verdrängte. Dabei werden massenhaft sterilisierte Männchen produziert und freigesetzt. Wenn diese sterilen Männchen sich mit wilden Weibchen paaren, entstehen keine Nachkommen – die Population bricht zusammen.

Die Produktionskapazität der Anlage wird schrittweise hochgefahren: Im Juli startet die Produktion mit 30 Millionen sterilen Puppen pro Woche, im August steigt sie auf 60 Millionen und erreicht im November die volle Kapazität von 100 Millionen Fliegen wöchentlich. Zusammen mit der bestehenden Anlage in Panama, die ebenfalls 100 Millionen Fliegen pro Woche produziert, ergibt sich eine Gesamtkapazität von 200 Millionen Fliegen – genug, um sie per Flugzeug über betroffene Regionen beider Länder abzuwerfen.

US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins zeigte sich optimistisch: „Unsere Länder haben das schon einmal besiegt, vor 40, 50 Jahren. Wir werden den Neuwelt-Schraubenwurm erneut besiegen – schneller als irgendjemand gedacht hätte, dank der außerordentlichen Arbeit, die in dieser Anlage geleistet werden wird." Branchenexperten warnen jedoch, dass selbst die kombinierte Kapazität beider Anlagen möglicherweise nicht ausreicht, um den Schädling vollständig zu eradizieren. Die USA bauen daher eine weitere Anlage in Texas, die allerdings erst Ende 2027 in Betrieb gehen soll.

Rinderhandel unter Druck – struktureller Wandel in Mexiko

Der Ausbruch hat den nordamerikanischen Rindermarkt tiefgreifend erschüttert. Seit Mai 2025 hält die USA die Grenze für mexikanisches Lebendvieh weitgehend geschlossen, um eine weitere Ausbreitung des Parasiten zu verhindern. Zuvor lieferte Mexiko jährlich mehr als eine Million Tiere an US-amerikanische Feedlots. Die Folge: Viele texanische Mastbetriebe stehen vor leeren Ställen, und die ohnehin angespannten Rinderbestände in den USA haben sich weiter verknappt.

Mexikanische Rinderzüchter reagieren auf den Marktzugang-Verlust mit einem strukturellen Umbau. Sie investieren verstärkt in heimische Mast- und Schlachtkapazitäten, um Tiere im eigenen Land zu verarbeiten. Während die Lebendviehexporte eingebrochen sind, haben mexikanische Rindfleischlieferungen in die USA im Jahr 2026 deutlich zugenommen – ein spürbarer Wandel in der regionalen Lieferkette.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum unterstrich bei der Einweihung die Bedeutung der binationalen Zusammenarbeit: „Tierkrankheiten, Schädlinge und Herausforderungen der Lebensmittelsicherheit kennen keine Grenzen. Angesichts dieser Herausforderungen ist die beste Antwort, gemeinsam anzupacken, Erfahrungen zu teilen und Lösungen gemeinsam zu entwickeln." Die USA stellen zusätzlich 84 Millionen Dollar für Eindämmungsmaßnahmen bereit – ein weiteres Zeichen für die Dringlichkeit des Schutzes der eng verflochtenen Agrarhandelsbeziehung beider Länder.

Mit dem Anlaufen der Produktion in Metapa richtet sich der Blick nun auf die schrittweise Skalierung der Kapazitäten. Ziel ist es, die Ausbreitung des Parasiten zu stoppen und langfristig die Stabilität des nordamerikanischen Rindermarktes wiederherzustellen.

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