USA und Iran im Konflikt: So reagieren die Märkte jetzt
Neue Angriffe zwischen den USA und dem Iran erschüttern die Märkte – Ölpreise steigen, Futures legen dennoch leicht zu.

Die US-Aktienfutures zeigten sich am Donnerstag trotz eskalierender Spannungen zwischen den USA und dem Iran leicht erholt. Bis 02:53 Uhr ET stieg der Dow-Future um 82 Punkte oder 0,2 %, der S&P 500-Future legte um 21 Punkte oder 0,3 % zu, und der Nasdaq 100-Future gewann 149 Punkte oder 0,5 %. Dies folgte auf einen volatilen Handelstag an der Wall Street, der von neuen Vergeltungsschlägen am Persischen Golf geprägt war.
Am Mittwoch schlossen die Hauptindizes uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial Average verlor 1,1 %, der S&P 500 fiel um 21 Punkte oder 0,3 %, während der technologielastige Nasdaq Composite um 0,2 % zulegte. Belastet wurde die Stimmung vor allem durch die Erklärung von US-Präsident Donald Trump, er halte das Rahmenabkommen für einen Waffenstillstand mit dem Iran für „beendet". Gleichzeitig trieb ein erneuter Anstieg der Ölpreise die Sorgen vor einer galoppierenden Inflation an.
Neue Angriffe gefährden fragiles Waffenstillstandsabkommen
Das US Central Command teilte mit, dass eine neue Angriffswelle rund 90 Ziele im Iran getroffen habe – darunter Luftabwehrsysteme sowie Lagerstätten für Raketen und Drohnen. Das US-Militär begründete die Angriffe damit, die Fähigkeit des Irans zu schwächen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Die paramilitärischen Islamischen Revolutionsgarden warnten zudem vor weiteren Angriffen auf amerikanische Militärstandorte am Golf, sollte Washington weitere Schläge starten.
Die Entwicklungen werfen ernste Zweifel am Status des im Juni von den USA und dem Iran unterzeichneten vorläufigen Waffenstillstandsabkommens auf. Die Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen sind in Streitigkeiten über die Kontrolle der Straße von Hormus, das iranische Atomprogramm und die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon festgefahren. Trump signalisierte nach seiner Rückkehr von einem NATO-Gipfel das Ende des Abkommens, sagte jedoch auch, der Iran habe sich gemeldet und wolle „unbedingt einen Deal machen". Teheran äußerte sich bislang nicht zu neuen Gesprächen.
Ölpreise deutlich über Vorkriegsniveau
Die Rohölpreise reagieren sensibel auf die Lage am Golf. Brent-Futures notierten zuletzt bei knapp unter 78 US-Dollar pro Barrel – verglichen mit rund 71 US-Dollar vor den jüngsten Angriffen. Bis 03:42 Uhr ET fiel der Kontrakt um 1,0 % auf 77,26 US-Dollar pro Barrel. Die Straße von Hormus gilt als eines der wichtigsten Nadelöhre der globalen Energieversorgung: Rund ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases wird durch diese Meerenge transportiert.
Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens am 17. Juni hatte der Tankerverkehr Anzeichen einer Erholung gezeigt, was den Ölpreis zeitweise auf das Niveau vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar gedrückt hatte. Kurz nach Beginn des Konflikts waren die Rohölpreise vorübergehend auf über 110 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Die neuen Angriffe haben nun erneut Unsicherheit über die künftige Preisentwicklung geschaffen.
Fed-Protokoll und Nvidia sorgen für Gegengewicht
Neben den geopolitischen Entwicklungen analysierten Händler das Protokoll der Juni-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Analysten von Vital Knowledge beschrieben den Ton als „eher taubenhaft in Bezug auf den geldpolitischen Ausblick" – trotz anhaltender Sorgen über das energiegetriebene Preiswachstum. Die zentrale Frage bleibt, ob die Fed die Zinsen anheben muss, um das durch steigende Energiepreise befeuerte Preiswachstum zu bremsen.
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Zur AktienanalysePositiv stachen Nvidia-Aktien hervor: Ein Medienbericht deutete darauf hin, dass China bald einige inländische Käufe des H200-KI-Chips des Halbleitergiganten zulassen könnte. Dies half, die negativen Auswirkungen der geopolitischen Nachrichten auf den Technologiesektor abzufedern.
PepsiCo im Fokus – Krieg überschattet Quartalszahlen
Vor der Eröffnungsglocke werden die Quartalsergebnisse von PepsiCo erwartet. Der Lebensmittel- und Getränkehersteller hatte im April zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Jahresziele bestätigt. CFO Steve Schmitt hatte Anleger jedoch darauf hingewiesen, dass das „makroökonomische Umfeld aufgrund der anhaltenden geopolitischen Konflikte volatiler und unsicherer geworden ist". Schmitt schloss dabei Preiserhöhungen zur Kompensation höherer Energie- und Rohstoffkosten nicht aus – ein Segment, das ohnehin bereits mit weitreichenden US-Zöllen zu kämpfen hat.


