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USA starten Offensive für Atommüll-Lagerung in Bundesstaaten

Die Trump-Regierung plant eine radikale Wende in der US-Atompolitik: Bundesstaaten sollen gegen Anreize für neue Kernkraftwerke Atommüll-Endlager aufnehmen. Das Energieministerium will noch diese Woche Interessensbekundungen einholen.

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USA starten Offensive für Atommüll-Lagerung in Bundesstaaten

Das US-Energieministerium steht vor einem historischen Strategiewechsel in der Atompolitik. Bereits in dieser Woche sollen US-Bundesstaaten zur Aufnahme von Atommüll-Endlagern aufgefordert werden – im Gegenzug winken lukrative Anreize für den Bau neuer Kernreaktoren. Dies berichtete eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber Reuters.

Vervierfachung der Kernkraftkapazität geplant

Die Regierung von Präsident Donald Trump verfolgt ehrgeizige Ziele: Bis 2050 soll die US-Kernkraftkapazität auf 400 Gigawatt vervierfacht werden. Hintergrund ist der erstmals seit Jahrzehnten stark ansteigende Strombedarf, getrieben durch energieintensive Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen.

Trump selbst bekräftigte am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass Kernenergie zu "guten Preisen" entwickelt werden könne und sicher sei – eine bemerkenswerte Aussage, nachdem er zuvor Bedenken geäußert hatte.

Abkehr vom gescheiterten Yucca-Mountain-Projekt

Der neue Ansatz markiert das Ende einer jahrzehntelangen Sackgasse. Seit 1987 hatte sich das Energieministerium ausschließlich auf den Yucca Mountain in Nevada als einziges Endlager für alle US-Atomabfälle konzentriert. Das Projekt scheiterte jedoch am massiven Widerstand der Gesetzgeber Nevadas, Präsident Barack Obama stoppte es schließlich. Über 15 Milliarden Dollar hatte die Regierung bereits investiert.

Derzeit lagern die radioaktiven Abfälle provisorisch an den Standorten der Kernkraftwerke – zunächst in Abklingbecken, später in Beton- und Stahlbehältern. Diese Übergangslösung gilt als Haupthindernis für die Entwicklung der Kernenergie.

Umfassendes Anreizpaket geplant

Nach Informationen der Quelle werden die Bundesstaaten zu unverbindlichen Interessensbekundungen eingeladen. Das Paket soll neben der Atommüll-Lagerung auch Anreize für die Wiederaufbereitung von Atommüll und die Urananreicherung umfassen. Die Staaten müssten nicht alle Elemente akzeptieren, sondern könnten individuell wählen.

Die Wiederaufbereitung – das Recycling von Atommüll – ist in den USA seit Präsident Ronald Reagan technisch erlaubt, wurde aber aus Kostengründen nie kommerziell umgesetzt. Kritiker warnen zudem vor Proliferationsrisiken, da die Lieferkette ein Ziel für Terroristen sein könnte, die Material für primitive Atombomben beschaffen wollen.

Lokaler Widerstand als größte Hürde

Die Überwindung lokaler Widerstände gegen Atommüll-Endlager gilt als entscheidend für die Erreichung der nuklearen Expansionsziele. Der neue Ansatz setzt auf Freiwilligkeit und finanzielle Anreize statt auf eine zentrale Lösung gegen den Willen der betroffenen Regionen.

Das Energieministerium reagierte auf Anfrage zunächst nicht auf Bitten um Stellungnahme. Die Details des Plans könnten sich noch ändern, bevor die offizielle Ankündigung erfolgt.

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