ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

USA sperren Anthropic-KI-Modelle weltweit – EU prüft Souveränität

Washington zwingt Anthropic per Exportkontrolle zur globalen Abschaltung seiner fortschrittlichsten KI-Modelle. Brüssel reagiert besorgt.

USA sperren Anthropic-KI-Modelle weltweit – EU prüft Souveränität

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat das KI-Unternehmen Anthropic per Exportkontroll-Direktive dazu gezwungen, den Zugang zu seinen fortschrittlichsten KI-Modellen „Fable 5" und „Mythos 5" weltweit für ausländische Staatsangehörige zu sperren. Als Begründung nannte Washington nationale Sicherheitsbedenken. Anthropic reagierte daraufhin mit einer abrupten globalen Deaktivierung der betroffenen Modelle.

Im Kern der Auseinandersetzung stehen sogenannte „Jailbreaks" – Methoden, mit denen Sicherheitsvorkehrungen von KI-Modellen umgangen werden können, um gezielt nach Cybersicherheitslücken zu suchen. Das Weiße Haus, vertreten durch KI-Berater David Sacks, erklärte, der Schritt sei „widerwillig" erfolgt, nachdem Anthropic-CEO Dario Amodei sich geweigert habe, die Sicherheitslücken zu beheben oder die Modelle eigenständig vom Netz zu nehmen.

Anthropic selbst widersprach der Darstellung der US-Behörden in einem Blogbeitrag. Das Unternehmen betonte, die gefundenen Sicherheitsmängel seien lediglich „geringfügig" und mit Schwachstellen anderer öffentlich zugänglicher Modelle vergleichbar. Damit zeichnet sich ein offener Konflikt zwischen dem KI-Startup und der eigenen Regierung ab.

Amazon äußerte vorab Sicherheitsbedenken

Berichten zufolge hatte Amazon, ein maßgeblicher Partner und Investor von Anthropic, bereits im Vorfeld Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsrisiken der Modelle geäußert. Ein Amazon-Sprecher bestätigte, dass Regierungen bei Sicherheitsfragen häufig den Rat des Cloud-Anbieters einholen, lehnte jedoch weitere Details zu den Gesprächen ab. Die Rolle Amazons in diesem Vorgang wirft Fragen über die Verflechtungen zwischen Tech-Konzernen und US-Sicherheitsbehörden auf.

Experten kritisieren die Maßnahme als unausgereift. Jimmy Goodrich vom Institute for Global Conflict and Cooperation der University of California bemängelte, dass die Exportkontrolle nicht nur potenzielle Gegner, sondern auch enge Verbündete der USA treffe. Besonders brisant: Die Beschränkungen behindern laut Goodrich selbst die Forschungstätigkeit ausländischer Mitarbeiter, die direkt bei Anthropic beschäftigt sind. Laut dem Bericht des Branchenmediums „The Information" unter Berufung auf US-Beamte plane die Regierung derzeit keine ähnlichen Beschränkungen für andere KI-Unternehmen.

EU-Kommission sieht Handlungsbedarf für Europas KI-Souveränität

Die Europäische Kommission reagierte mit sichtlicher Besorgnis auf den Vorfall. Sprecher Thomas Regnier erklärte, man prüfe derzeit die praktischen Konsequenzen für europäische Nutzer. Er betonte dabei einen wichtigen Grundsatz: Sicherheitsmaßnahmen dürften nicht diskriminierend gegenüber Partnern wirken.

Für Brüssel ist der Vorfall mehr als ein technischer Einzelfall. Die EU-Kommission sieht in der Entwicklung eine Bestätigung für die Notwendigkeit, die technologische Souveränität Europas gezielt zu stärken. Die Abhängigkeit europäischer Nutzer und Unternehmen von US-amerikanischen KI-Plattformen rückt damit erneut in den politischen Fokus – ein Thema, das in der EU-Technologiepolitik seit Jahren diskutiert wird.

Die Situation bleibt angespannt. Die US-Regierung hofft, dass Anthropic die beanstandeten Sicherheitsmängel zeitnah behebt, damit die Exportkontrollen wieder aufgehoben werden können. Bis dahin sind internationale Nutzer und die gesamte KI-Branche mit einer neuen Realität konfrontiert: US-Exportkontrollen können modernste KI-Werkzeuge von einem Tag auf den anderen weltweit unzugänglich machen.

AnthropicExportkontrolleKi-SouveränitätEu-KommissionKünstliche IntelligenzUs-ExportkontrolleKi-Regulierung

Disclaimer