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USA schaffen Zollfreiheit für Auslandspakete ab

Regierung verweist auf Drogenschmuggel und steigenden Versand durch Online-Plattformen

USA schaffen Zollfreiheit für Auslandspakete ab

Die Vereinigten Staaten haben die jahrzehntelange Zollfreiheit für Warenimporte im Wert von unter 800 Dollar abgeschafft. Seit Freitag müssen für alle Pakete aus dem Ausland die jeweils geltenden Einfuhrzölle entrichtet werden. Grundlage ist ein Erlass von Präsident Donald Trump, der zunächst nur China betroffen hatte, nun aber auf sämtliche Länder ausgeweitet wurde. Damit endet die sogenannte De-minimis-Regelung, die es US-Verbrauchern bisher ermöglicht hatte, preisgünstige Waren aus dem Ausland ohne zusätzliche Abgaben zu beziehen.

Die US-Regierung begründet den Schritt vor allem mit Sicherheitsbedenken. In zollfreien Sendungen seien in großem Stil gefährliche Substanzen, darunter Drogen, in die Vereinigten Staaten eingeschleust worden. Zugleich war das Volumen derartiger Lieferungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen, nicht zuletzt durch den Erfolg von Online-Plattformen wie Temu und Shein, die massenhaft günstige Produkte direkt an US-Kunden versendeten.

Bereits im Mai war die Zollfreiheit für Pakete aus China gestrichen worden. Laut Regierungsangaben führte dies zu einem drastischen Rückgang der Lieferungen: Statt täglich vier Millionen solcher Sendungen erreichten nur noch rund eine Million die USA. Gleichzeitig wurden Zolleinnahmen in Höhe von 492 Millionen Dollar verzeichnet. Nach Einschätzung der Regierung versuchten chinesische Händler daraufhin, ihre Waren über Drittstaaten in die Vereinigten Staaten zu schicken, was letztlich zur weltweiten Ausweitung der Maßnahme führte.

Seit dem Inkrafttreten der neuen Regelung gilt, dass die üblichen Einfuhrzölle des jeweiligen Herkunftslandes erhoben werden. Übergangsweise ist für sechs Monate auch eine pauschale Gebühr zwischen 80 und 200 Dollar möglich. Eine Ausnahme besteht lediglich für private Geschenke, deren Wert unter 100 Dollar liegt.

Mehr als 90 Prozent der bisher zollfreien Pakete wurden nach Angaben aus Washington von Express-Diensten wie FedEx oder UPS transportiert. Hier erwartet die US-Regierung keine größeren Schwierigkeiten. Problematischer gestaltet sich die Situation für reguläre Postdienste, die ihre Sendungen in die Vereinigten Staaten bereits eingeschränkt haben, um den zusätzlichen Aufwand zu vermeiden.

Das Weiße Haus äußerte scharfe Kritik an diesen Postdiensten. Ein ranghoher Regierungsbeamter erklärte, sie sollten sich besser darauf konzentrieren, detailliertere Angaben zum Inhalt der Pakete zu sammeln und diese mit den US-Behörden zu teilen. Wenn sie stattdessen den Versand in die USA einstellten, würden Express-Dienste ihre Rolle übernehmen. Damit verschärft die Regierung nicht nur die Zollpraxis, sondern setzt auch die internationalen Postdienste unter Druck, ihre Abläufe stärker an die amerikanischen Vorgaben anzupassen.

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