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USA priorisieren Meeresbodenmineralien der Cookinseln im Pazifik

US-Botschafter Novelly erklärt kritische Mineralien der Cookinseln zur Toppriorität und warnt vor Chinas wachsendem Einfluss im Pazifik.

USA priorisieren Meeresbodenmineralien der Cookinseln im Pazifik

Der neue US-Botschafter in Neuseeland und mehreren pazifischen Inselstaaten, Jared Novelly, hat die Sicherung von Meeresbodenmineralien der Cookinseln zur obersten diplomatischen Priorität erklärt. Auf einer Pressekonferenz am Freitag betonte er, dass das Thema kritische Mineralien innerhalb weniger Monate dramatisch an Bedeutung gewonnen habe. Washington verfolgt damit eine klare strategische Agenda im Pazifik.

„Als ich im Oktober und November letzten Jahres Briefings erhielt, war das Thema kritische Mineralien eher ein untergeordneter Punkt", sagte Novelly. „Spulen wir vor zu Februar und März dieses Jahres: Kritische Mineralien, insbesondere auf den Cookinseln, stehen nun an erster oder zweiter Stelle meiner Prioritätenliste." Die Aussage verdeutlicht, wie rasch sich die geopolitischen Gewichte im Pazifik verschoben haben.

Die Gewässer der Cookinseln beherbergen bedeutende Vorkommen sogenannter polymetallischer Knollen. Diese Tiefseeformationen enthalten Rohstoffe wie Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer, die für die Herstellung von Batterien und anderen Zukunftstechnologien dringend benötigt werden. Die Regierung der Cookinseln hat bislang die Exploration erlaubt, einen kommerziellen Abbau jedoch noch nicht genehmigt.

Rahmenabkommen zwischen USA und Cookinseln

Im Februar unterzeichneten die Cookinseln und die USA ein unverbindliches Rahmenabkommen über die Erforschung kritischer Mineralien und die Sicherheit der Lieferketten, das ausdrücklich Tiefseemineralien in den Gewässern der Cookinseln einschließt. Parallel dazu schlossen die Cookinseln auch ein Explorations- und Forschungsabkommen mit China ab – ein Umstand, der die geopolitische Brisanz der Region unterstreicht.

Washington hat die Sicherung kritischer Mineralien zu einer übergeordneten strategischen Priorität gemacht. Ziel ist es, die Abhängigkeit von den von China dominierten globalen Lieferketten zu reduzieren und gleichzeitig die heimische Verteidigungs- sowie die Clean-Energy-Industrie zu stärken. Novelly, ein Geschäftsmann und Sportteambesitzer aus Missouri, ist der erste US-Botschafter, der offiziell auf den Cookinseln akkreditiert ist. Er kündigte an, Zeit im Land verbringen und US-Unternehmen vorstellen zu wollen, die beim Mineralienabbau helfen könnten.

Warnung vor Chinas Einfluss im Pazifik

Novelly sprach sich deutlich dafür aus, die pazifischen Staaten zur Vorsicht im Umgang mit Peking zu mahnen. „China macht keinen Hehl daraus, dass sie einen Stützpunkt im Pazifik und eine erweiterte Präsenz dort wollen", sagte er. Er warnte die Inselstaaten davor, was eine „Schuldenfalle" sei, und dass an chinesische Angebote „Bedingungen geknüpft sein können".

China hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Akteur in der pazifischen Region entwickelt – mit Investitionen in Entwicklungsfinanzierung, Häfen, Flughäfen und Telekommunikationsinfrastruktur. Peking strebt zudem eine größere Rolle in den Bereichen Militär, Polizeiarbeit, digitale Vernetzung und Medien an. Die chinesische Seite erklärt, ihre Beziehungen in der Region basierten auf gegenseitigem Respekt und brächten den Menschen im Pazifik konkrete Vorteile.

Novelly erklärte außerdem, er prüfe Wege, die pazifischen Volkswirtschaften über klassische Entwicklungshilfe hinaus zu unterstützen – unter anderem durch die Senkung der Kosten für Rücküberweisungen, die für viele Inselbewohner eine wichtige Einkommensquelle darstellen.

Skepsis in Neuseeland gegenüber den USA wächst

Novelly traf Anfang der Woche in Neuseeland ein und überreichte am Mittwoch sein Beglaubigungsschreiben an den Generalgouverneur. Er betonte, Washington respektiere die Rolle Neuseelands im Südpazifik, einschließlich der bestehenden Verteidigungskooperation. Gleichzeitig mahnte er, dass Partner mehr für ihre eigene Sicherheit ausgeben müssten: „Es ist wichtig, dass Ihnen Ihre Verteidigung genauso am Herzen liegt wie uns."

Der Botschafter kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Eine Umfrage der Asia New Zealand Foundation vom Juni ergab, dass die USA zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt von den Neuseeländern eher als Bedrohung wahrgenommen werden als China. Novelly relativierte diesen Befund und erklärte, er habe bei seinen Besuchen im Land eine andere Stimmung erlebt: „Es scheint eine sehr freundschaftliche Kameradschaft zwischen den Menschen aus den USA und den Neuseeländern zu herrschen."

Zur atomwaffenfreien Politik Neuseelands, die Besuche von Schiffen mit Kernenergieantrieb oder Atomwaffen einschränkt, äußerte sich Novelly ebenfalls. Er betonte, eine etwaige Änderung dieser Politik sei allein Wellingtons Entscheidung, erklärte jedoch offen: „Ich würde mich sehr über die Gelegenheit freuen, mit Neuseeland in dieser Angelegenheit zusammenzuarbeiten" – und fügte hinzu, er würde gerne einen US-Flugzeugträger im Hafen von Auckland sehen.

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