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USA planen Strafgebühren für China-Schiffkäufe

Europäische Reedereien und Exporteure drohen massive Zusatzkosten und Umstrukturierungen

 USA planen Strafgebühren für China-Schiffkäufe

Die nordchinesische Hafenstadt Dalian gilt als historisches Zentrum des Schiffbaus. Ihre strategische Bedeutung reicht bis ins 6. Jahrhundert zurück. Heute ist die Halbinsel ein globaler Hotspot für Schiffbau, dominiert von gigantischen Werftanlagen, die sich kilometerweit entlang der Küste erstrecken. Portalkräne, Trockendocks und im Bau befindliche Frachter und Kriegsschiffe prägen das Bild. Der chinesische Staatskonzern China State Shipbuilding Corporation (CSSC) ist das Rückgrat dieser Industrie. Zusammen mit anderen Werften produziert CSSC inzwischen 64 Prozent aller weltweit bestellten Handelsschiffe. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei acht Prozent.

Die Expansion Chinas im Schiffbau ist eng mit militärischen Ambitionen verbunden. Auf der Insel Jiangnan bei Shanghai erstreckt sich ein Werftgelände über acht Kilometer. Dort entstehen nicht nur Containerschiffe und LNG-Frachter, sondern auch Zerstörer, Flugzeugträger und andere Marineeinheiten. Die Produktion ziviler Schiffe übertraf 2024 in Tonnage die Gesamtleistung der USA seit dem Zweiten Weltkrieg. Dies führte zu einer Verschiebung im globalen Machtgefüge, zulasten einst dominanter Werften in Südkorea und Japan.

Vor diesem Hintergrund plant die US-Regierung unter Donald Trump, Strafgebühren für Reedereien einzuführen, die Schiffe in China bauen lassen und anschließend US-Häfen anlaufen. Ziel ist es, amerikanische Werften zu stärken. Die geplanten Abgaben liegen zwischen 500.000 und einer Million Dollar pro Schiff – zusätzlich bis zu einer Million Dollar bei weiteren Bestellungen. Im Gegenzug sollen Reeder mit US-gefertigten Schiffen gefördert werden. Angesichts des weltweiten Marktanteils der USA von nur 0,1 Prozent erscheint diese Maßnahme jedoch vor allem symbolisch.

Besonders betroffen wären europäische Reedereien. Während der Anteil chinesischer Schiffe in deren Flotten noch bei 20 bis 25 Prozent liegt, entfallen inzwischen 89 Prozent der Hapag-Lloyd-Bestellungen und 92 Prozent der MSC-Aufträge auf chinesische Werften. Die zusätzlichen Hafengebühren könnten die Kosten pro Container um 600 bis 800 US-Dollar erhöhen. Branchenvertreter warnen vor einem massiven Anstieg der Transportpreise, Lieferkettenproblemen und einem Wettbewerbsnachteil für US-Unternehmen.

Auch europäische Exporteure würden unter den neuen Regelungen leiden. Die USA sind mit einem Exportvolumen von über 500 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner der EU. Bei großen Frachtern könnten sich die Mehrkosten auf bis zu zwölf Millionen Dollar pro USA-Passage belaufen. Asiatische Reeder, die kaum Schiffe in China kaufen, wären hingegen kaum betroffen.

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