USA planen Irak-Syrien-Ölpipeline zur Umgehung der Straße von Hormus
Washington treibt Gespräche über eine strategische Pipeline voran, die Irans Einfluss auf die globale Energieversorgung einschränken soll.

Die USA intensivieren ihre Bemühungen um eine neue Energieroute im Nahen Osten. Laut einem Bericht von Bloomberg News treiben Washington und seine Partner Gespräche über eine Pipeline voran, die Öl aus dem Irak nach Syrien transportieren soll – und damit die strategisch bedeutsame Straße von Hormus umgeht.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht Thomas Barrack, US-Sonderbeauftragter für Syrien und den Irak. Er hat laut Bloomberg, unter Berufung auf informierte Kreise, Gespräche mit Vertretern beider Länder sowie mit Unternehmen wie dem US-Ölmajor Chevron Corp. organisiert. Ziel ist die Wiederinbetriebnahme einer Pipeline vom Irak an die Westküste Syriens, die seit Jahren stillliegt.
Kirkuk-Baniyas-Pipeline im Fokus
Konkret geht es um den Wiederaufbau der Kirkuk-Baniyas-Pipeline, die seit mehr als zwei Jahrzehnten außer Betrieb ist. Die Pipeline verbindet die ölreiche Region Kirkuk im Nordirak mit dem syrischen Mittelmeerhafen Baniyas. Neben der Reaktivierung dieser historischen Route werden den Angaben zufolge auch mehrere neue Verbindungsstrecken in Erwägung gezogen.
Ein Beamter des US-Außenministeriums bestätigte die Pläne offiziell. Die US-Regierung unterstütze die Bemühungen des Iraks und Syriens zur Verbesserung der Handelswege durch die Wiederherstellung der Pipeline zwischen den beiden Ländern. Zudem erwarte Washington, dass sich amerikanische Unternehmen aktiv am Bau beteiligen werden.
Trump kündigt „massive" Ölpartnerschaften an
Den diplomatischen Rahmen für das Projekt setzte ein Treffen auf höchster Ebene: US-Präsident Donald Trump empfing den irakischen Premierminister Ali Al-Zaidi im Weißen Haus. Trump erklärte dabei, dass in dieser oder der nächsten Woche „massive" neue Ölpartnerschaften angekündigt werden sollen.
Die geostrategische Bedeutung des Projekts ist erheblich. Die Straße von Hormus, eine enge Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran, ist einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Schätzungen zufolge passiert ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls diese Route. Der Iran kontrolliert einen Teil dieser Passage und hat in der Vergangenheit wiederholt mit einer Blockade gedroht – ein Risiko, das westliche Länder und Ölmärkte regelmäßig in Alarmbereitschaft versetzt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEine funktionierende Irak-Syrien-Pipeline würde dem Irak ermöglichen, sein Öl über das Mittelmeer zu exportieren, ohne auf den Persischen Golf und die Straße von Hormus angewiesen zu sein. Für die USA hätte dies den strategischen Vorteil, den Einfluss Irans auf die globale Energieversorgung spürbar zu reduzieren. Gleichzeitig würde ein solches Projekt amerikanischen Energieunternehmen wie Chevron lukrative Aufträge im Wiederaufbau der syrischen Infrastruktur eröffnen.
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund einer sich wandelnden geopolitischen Lage in Syrien statt, wo nach Jahren des Bürgerkriegs neue politische Strukturen entstehen. Ob und wann die Pipeline tatsächlich realisiert wird, bleibt abzuwarten – die Ankündigungen aus dem Weißen Haus deuten jedoch auf eine erhöhte Dringlichkeit hin.


