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USA planen Einstieg in Grönlands Minenprojekt

Washington verhandelt über Beteiligung an strategisch wichtigem Seltene-Erden-Vorkommen

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USA planen Einstieg in Grönlands Minenprojekt

US-Regierungsvertreter verhandeln über einen möglichen Einstieg in das größte Seltene-Erden-Projekt Grönlands und könnten damit einen direkten Einfluss auf die Rohstoffversorgung der westlichen Welt gewinnen. Nach Angaben von vier mit den Gesprächen vertrauten Personen erwägt die Trump-Administration den Erwerb eines Anteils an Critical Metals Corp, dem Eigentümer des Tanbreez-Vorkommens im Süden der Arktisinsel. Die Gespräche laufen vertraulich, konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Die US-Regierung hat in den vergangenen Monaten bereits Beteiligungen an mehreren Rohstoffunternehmen erworben, darunter Lithium Americas und MP Materials. Ziel ist es, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu verringern und den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen zu sichern. Seltene Erden werden unter anderem für Elektromotoren, Windkraftanlagen und Rüstungstechnologien benötigt. China kontrolliert derzeit nahezu vollständig die Förderung und Verarbeitung dieser Materialien, weshalb westliche Staaten nach alternativen Quellen suchen.

Critical Metals hatte das Tanbreez-Vorkommen im Vorjahr für fünf Millionen Dollar in bar und Aktien im Wert von 211 Millionen Dollar übernommen. Im Juni beantragte das Unternehmen einen Zuschuss von 50 Millionen Dollar nach dem Defense Production Act, einem Gesetz aus der Zeit des Kalten Krieges zur Förderung sicherheitsrelevanter Industrien. In den vergangenen Wochen begannen Gespräche darüber, diesen Zuschuss in eine Kapitalbeteiligung der US-Regierung umzuwandeln. Bei einer Umwandlung in voller Höhe entspräche das rund acht Prozent der Unternehmensanteile, wobei die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind.

Ein Teil der Mittel könnte aus dem CHIPS and Science Act stammen, der 2022 verabschiedet wurde und ursprünglich der Halbleiterproduktion dienen soll. Insgesamt sind bis zu zwei Milliarden Dollar zur Förderung von Rohstoffprojekten im Gespräch. Parallel prüft die Export-Import-Bank der USA ein Darlehen in Höhe von 120 Millionen Dollar, um die Erschließung des Vorkommens zu finanzieren.

Das Tanbreez-Projekt erfordert Investitionen von rund 290 Millionen Dollar, um in die kommerzielle Produktion zu gehen. Ab 2026 sollen jährlich 85.000 Tonnen Seltenerd-Konzentrate gefördert werden. Neben den Hauptrohstoffen befinden sich auf dem Gelände auch Gallium und Tantal, die ebenfalls für Hightech-Anwendungen wichtig sind. Die abgelegene Lage und die klimatischen Bedingungen gelten als große Herausforderung.

Grönland ist als rohstoffreiches Gebiet seit Jahren im Fokus amerikanischer Wirtschaftsinteressen. Vertreter der US-Regierung besuchten zuletzt im vergangenen Jahr die Hauptstadt Nuuk, um Investoren für den Bergbau zu gewinnen. Auf der Insel befindet sich zudem einer der größten Luftwaffenstützpunkte der USA. Trotz des Potenzials verläuft die Entwicklung des Bergbausektors langsam; derzeit sind lediglich zwei kleinere Minen in Betrieb.

USAGrönlandSeltene Erden

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