USA planen automatische Wehrpflicht-Registrierung bis Dezember 2025
Das Selective Service System will amerikanische Männer zwischen 18 und 26 Jahren künftig automatisch für eine mögliche Militäreinberufung registrieren.

Das Selective Service System der USA plant, berechtigte amerikanische Männer im Alter von 18 bis 26 Jahren bis Dezember automatisch für eine mögliche Militäreinberufung zu registrieren. Dies geht aus einem Regierungsdokument hervor, das am 30. März beim Office of Information and Regulatory Affairs eingereicht wurde. Der Schritt käme fast ein halbes Jahrhundert nach der gesetzlichen Verankerung der obligatorischen Registrierungspflicht für diese Altersgruppe.
Der Vorschlag setzt eine Anforderung um, die der US-Kongress im Dezember im sogenannten National Defense Authorization Act verabschiedet hat. Darin ist die automatische Registrierung für „jeden männlichen Bürger der Vereinigten Staaten" im entsprechenden Alter vorgesehen. Bislang verließ sich die Bundesregierung auf die freiwillige Einhaltung dieser Pflicht – eine automatische Anmeldung gab es nicht.
Historischer Hintergrund: Von Vietnam bis heute
Seit 1973, als das US-Engagement im Vietnamkrieg auslief, gab es in den Vereinigten Staaten keine aktive Militäreinberufung mehr. Präsident Jimmy Carter unterzeichnete jedoch 1980 ein Gesetz, das Männer zwischen 18 und 25 Jahren zur Registrierung beim Selective Service verpflichtet. Männer im Alter von 26 Jahren dürfen sich nachträglich anmelden, um dem Gesetz zu entsprechen.
Die Registrierungsquote ist zuletzt leicht gesunken: Im Jahr 2024 haben sich laut Selective Service System 81 Prozent aller berechtigten Männer registriert – ein Rückgang von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die automatische Registrierung soll diese Lücke schließen und die Compliance-Rate deutlich erhöhen.
Rechtliche Konsequenzen bei Nichtregistrierung
Die Nichtbeachtung der Registrierungspflicht beim Selective Service ist in den USA eine Straftat. Sie kann mit einer Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar oder bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden. In einigen US-Bundesstaaten ist die Registrierung zudem Voraussetzung für eine staatliche Beschäftigung sowie für den Erhalt staatlicher Studienbeihilfen.
Bis zur Verabschiedung des FAFSA Simplification Act im Jahr 2020 war die Selective-Service-Registrierung auch eine Bedingung für den kostenlosen Antrag auf staatliche Studienbeihilfe (FAFSA). Diese Verknüpfung wurde seitdem aufgehoben.
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Zur AktienanalyseWehrpflicht-Debatte im politischen Kontext
Derzeit gibt es keine formellen Pläne zur Wiedereinführung der aktiven Wehrpflicht in den USA. Dennoch sorgte eine Aussage aus dem Weißen Haus für Aufmerksamkeit: Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte am 8. März, dass Präsident Donald Trump „sich seine Optionen offenhält", als sie nach der Möglichkeit einer Rückkehr der Wehrpflicht gefragt wurde.
Der Vorschlag zur automatischen Registrierung wurde etwa einen Monat nach Beginn eines Krieges der USA und Israels gegen den Iran eingereicht. Ein zweiwöchiger Waffenstillstand in diesem Konflikt trat am Dienstagabend in Kraft. Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung bemerkenswert: Sie zeigt, wie die USA ihre militärische Mobilisierungsinfrastruktur in einem veränderten geopolitischen Umfeld modernisieren – auch wenn eine tatsächliche Einberufung derzeit nicht auf der Agenda steht.


