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USA: Neue Drogentest-Pflicht für Lkw-Fahrer tritt im Juni in Kraft

Das US-Verkehrsministerium schreibt künftig direkt beaufsichtigte Urinentnahmen vor, wenn Speicheltests nicht verfügbar sind.

USA: Neue Drogentest-Pflicht für Lkw-Fahrer tritt im Juni in Kraft

Das US-Verkehrsministerium (DOT) hat eine neue Regelung für Drogen- und Alkoholtests am Bundesarbeitsplatz veröffentlicht. Sie schreibt vor, dass in Situationen, in denen Speicheltests vorgesehen, aber nicht durchführbar sind, „direkt beaufsichtigte" Urin-Drogentests durchgeführt werden müssen. Die Regelung wurde am 11. Mai im Bundesregister veröffentlicht und tritt am 10. Juni 2025 in Kraft.

Die Neuregelung ist die jüngste Entwicklung in einem jahrelangen Bestreben der Lkw-Branche, Speicheltests als Alternative zu Urintests zu etablieren. Lkw-Fahrer haben dabei keine eigene Wahl – ihre vom DOT regulierten Arbeitgeber entscheiden über die Testmethode. Die American Trucking Association (ATA) führt die Kampagne für Speicheltests an und begründet dies mit der Notwendigkeit, „beeinträchtigte Fahrer von der Straße fernzuhalten".

Speicheltests scheitern an fehlenden zertifizierten Laboren

Die Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) genehmigte laborbasierte Speicheltests bereits 2019. Das DOT schloss 2023 eigene Vorschriften ab, die Arbeitgebern erlauben, Speicheltests als Alternative zu wählen. Die tatsächliche Umsetzung scheitert jedoch daran, dass mindestens zwei von der FDA zugelassene Labore für die Verarbeitung der Tests benötigt werden – eines für die Erstanalyse und ein weiteres zur Bestätigung. Derzeit existiert kein einziges solches Labor in den USA.

Speicheltests gelten für viele Arbeitgeber als attraktiv, weil sie kurz zurückliegenden Drogenkonsum – innerhalb der letzten paar Stunden – effizienter nachweisen können als Urintests. Obwohl die Lkw-Branche zum öffentlichen Gesicht der Kampagne geworden ist, betreffen die Vorschriften auch Bundesbedienstete in der kommerziellen Luftfahrt, im Schienen- und Nahverkehr sowie im Pipeline-Sektor.

Parurese als zentrales Problem bei Urintests

Ein wesentliches Argument gegen Urintests ist das sogenannte Parurese-Syndrom, auch bekannt als „schüchterne Blase": Betroffene sind nicht in der Lage, auf Abruf Urin abzugeben. Kann ein Fahrer auch nach einer dreistündigen Wartezeit keinen Urin abgeben, gilt dies als Testverweigerung und führt zur Suspendierung vom Dienst. Für eine Rückkehr ist dann ein beaufsichtigter Urintest erforderlich.

„Jeder Monat, der ohne zertifizierte Speicheltests vergeht, ist ein weiterer Monat, in dem Bundesbedienstete mit Parurese Ängsten, Diskriminierung und Karrierehindernissen ausgesetzt sind", erklärte Dr. Steven Soifer, Mitbegründer der International Paruresis Association, im März. Er ergänzte: „Wir arbeiten an diesem Thema seit unserer Gründung vor 30 Jahren. Unsere Mitglieder stellen jeden Tag dieselbe Frage: Wann wird die Bundesregierung die Arbeit abschließen, die sie bereits genehmigt hat?"

Kongress und FDA unter Druck

Im April wandten sich sechs Kongressmitglieder auf Ersuchen der ATA an Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und nannten regulatorische Barrieren der FDA als Hauptgrund für das Fehlen zertifizierter Labore. Sie zitierten dabei eine Analyse von Quest Diagnostics, die zeigte, dass „ersetzte" Urinproben von 2022 bis 2023 um 370 Prozent zugenommen haben. Quest Diagnostics verfügt über eine eigene laborbasierte Speichelentnahmemethode namens Quantisal™ und unterstützt die Kampagne aktiv.

Am 1. Mai veröffentlichte die FDA eine Bekanntmachung über ihre Absicht, eine Überarbeitung der Anforderungen für toxikologische Tests in Erwägung zu ziehen. Am selben Tag bestätigte die SAMHSA mit einer aktualisierten Laborliste, dass derzeit keine zertifizierten Labore für Speicheltests existieren. Die neue DOT-Regelung passt zudem die Terminologie an und ersetzt das Wort „Gender" durch „Sex" – in Übereinstimmung mit einer Executive Order von Präsident Donald Trump vom Januar 2025.

Wie das Gesundheitsministerium (HHS) letztendlich mit Speicheltests verfährt, wird auch die Weichen für das weitere Vorgehen bei Haarfollikeltests stellen. Das Ministerium wurde bereits 2015 angewiesen, entsprechende Richtlinien für Haartests zu erstellen – bisher ohne Ergebnis.

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