USA nehmen Dollar-Transfers in den Irak wieder auf
Nach monatelanger Aussetzung liefern die USA wieder US-Dollar in den Irak – doch Sicherheitskooperation bleibt eingefroren.

Die Vereinigten Staaten haben die Luftlieferungen von US-Dollar in den Irak teilweise wieder aufgenommen. Dies berichtete die New York Times am Donnerstag unter Berufung auf zwei Berater des irakischen Ministerpräsidenten. Die Transfers waren zuvor mehrere Monate lang ausgesetzt worden.
„Die Dollar-Lieferungen in den Irak wurden wieder aufgenommen", erklärte Haider al-Aboudi, ein Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten, gegenüber der New York Times. Mudhar Muhammad Salih, ein Finanzberater des Ministerpräsidenten, bestätigte dem Bericht zufolge ebenfalls die Wiederaufnahme der Transfers. Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig verifizieren.
Hintergrund: Warum Washington den Geldhahn zudrehte
Im April hatte Washington eine für den Irak bestimmte Bargeldlieferung in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar gestoppt. Gleichzeitig setzte die US-Regierung Teile der Sicherheitskooperation mit Bagdad aus. Dieser Schritt zielte darauf ab, die irakische Regierung angesichts der Aktivitäten pro-iranischer Milizen unter Druck zu setzen.
Die USA machen vom Iran unterstützte Milizen für eine Reihe von Angriffen im Irak verantwortlich. Darunter fallen wiederholte Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad sowie auf das US-Konsulat in der Region Kurdistan. Die Maßnahmen wurden ergriffen, als die Auswirkungen des Iran-Konflikts zunehmend eskalierten.
Sicherheitskooperation bleibt weiterhin ausgesetzt
Trotz der teilweisen Wiederaufnahme der Dollar-Transfers bleibt die Lage angespannt. Die Aussetzung der Zusammenarbeit und der Finanzierung der irakischen Sicherheitsdienste bestehe laut dem NYT-Bericht weiterhin. Die Wiederaufnahme der Bargeldlieferungen stellt damit nur einen Teil der eingefrorenen Beziehungen dar.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDas Weiße Haus, das US-Außenministerium und das US-Finanzministerium reagierten außerhalb der Geschäftszeiten nicht sofort auf Anfragen für eine Stellungnahme. Eine offizielle Bestätigung der Wiederaufnahme durch Washington steht damit noch aus.
Für internationale Beobachter und Anleger ist die Entwicklung ein Signal, dass Washington trotz anhaltender Spannungen mit dem Iran eine vollständige Eskalation im Irak vermeiden möchte. Der Irak nimmt als Transitland und Energieproduzent eine strategisch wichtige Rolle in der Region ein. Eine Stabilisierung der US-irakischen Beziehungen könnte mittelfristig auch Auswirkungen auf die Ölversorgung und die regionale Sicherheitslage haben.


