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USA mit 250: Neun Gründe für die wirtschaftliche Sonderstellung Amerikas

Zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit zeigen Rekordwerte bei BIP, Vermögen und Kapitalmärkten Amerikas anhaltende wirtschaftliche Stärke.

USA mit 250: Neun Gründe für die wirtschaftliche Sonderstellung Amerikas

Die Vereinigten Staaten feiern 250 Jahre Unabhängigkeit – und die Wirtschaftsdaten sprechen eine deutliche Sprache. Trotz Pandemie, Lieferkettenstörungen, Inflationsschock und geopolitischer Krisen befindet sich die US-Wirtschaft auf Rekordkurs. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) steuert in diesem Jahr auf ein weiteres Allzeithoch zu, und die aktuelle Expansionsphase hält – mit Ausnahme des zweimonatigen Lockdowns Anfang 2020 – bereits seit 2009 an.

Die Grundlage für diesen Wohlstand wurde vor 250 Jahren gelegt. Die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 proklamierte das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Die am 17. September 1787 unterzeichnete Verfassung übersetzte diese Prinzipien in ein System der Rechtsstaatlichkeit mit einem ausgeklügelten Mechanismus der gegenseitigen Kontrolle – den sogenannten „Checks and Balances" –, der bis heute verhindert, dass eine einzelne Fraktion unkontrollierte Macht erlangt.

Rekordwerte bei Produktivität und Lebensstandard

Ein zentraler Treiber des amerikanischen Wohlstands ist das Produktivitätswachstum. In den vergangenen zwölf Quartalen bis zum ersten Quartal 2026 stieg die Produktivität mit einer jährlichen Rate von 2,7 Prozent. Produktivität gilt als Hauptfaktor für den Lebensstandard, gemessen an der inflationsbereinigten Stundenvergütung – beide Kennzahlen befinden sich auf Rekordniveau. Auch die Anzahl der von Amerikanern geleisteten Arbeitsstunden erreichte zuletzt ein Allzeithoch.

Der inflationsbereinigte Konsum der privaten Haushalte markiert ebenfalls einen Rekordwert. Das Nettovermögen der privaten Haushalte kletterte im ersten Quartal 2026 auf den historischen Höchststand von 174,0 Billionen US-Dollar. Die Babyboomer und die sogenannte „Silent Generation" verfügen zusammen über ein Nettovermögen von 109,4 Billionen US-Dollar – sie bilden damit die größte und wohlhabendste Seniorenkohorte in der Geschichte der USA.

Eigenheim, Unternehmergeist und Kapitalmärkte

Der „Amerikanische Traum" vom Eigenheim bleibt trotz gegenteiliger Wahrnehmung erreichbar: Im ersten Quartal 2026 besaßen 65,3 Prozent aller Haushalte Wohneigentum. Die Wohneigentumsquote bei jungen Erwachsenen ist seit etwa 2015 relativ stabil, nachdem sie in den Jahren nach der Großen Finanzkrise von 2008 gesunken war.

Amerika erweist sich auch als fruchtbarer Boden für Unternehmer. Im Jahr 2023 gab es eine Rekordzahl von 31,1 Millionen Einzelunternehmen. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen stieg in den zwölf Monaten bis Mai 2026 auf den Rekordwert von 6,0 Millionen. Unternehmensgewinne und Cashflow erreichten im ersten Quartal 2026 ebenfalls Rekordhöhen, und die Gewinnmargen bewegen sich auf dem Niveau jüngster Allzeithochs. Das Einkommen von Selbstständigen sowie Mieteinnahmen beliefen sich im Mai 2026 zusammen auf den Rekordwert von 3,3 Billionen US-Dollar.

Weltgrößte Kapitalmärkte und Energieunabhängigkeit

Die USA beheimaten die größten Kapitalmärkte der Welt. Der US-Aktienmarkt belief sich im ersten Quartal 2026 auf insgesamt 106,9 Billionen US-Dollar. Ende Juni machte der US-MSCI 63,5 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI All Country World aus – bei einem Gewinnanteil von 54,1 Prozent. Die Neuemissionen von Anleihen und Aktien erreichten in den zwölf Monaten bis Mai einen Rekordwert von 3,0 Billionen US-Dollar.

Ausländische Investoren bleiben bedeutende Nettokäufer amerikanischer Wertpapiere. In den zwölf Monaten bis April erwarben sie US-Aktien im Rekordwert von 763,0 Milliarden US-Dollar. Ausländische Investoren halten zudem US-Staatsanleihen im Rekordwert von 9,4 Billionen US-Dollar. Der US-Dollar macht mit 57,1 Prozent mehr als die Hälfte der weltweiten Währungsreserven aus – ein klares Zeichen für das anhaltende globale Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft.

Hinzu kommt die Energiewende zur Unabhängigkeit: Zu Beginn des laufenden Jahrzehnts wurden die USA zum Nettoexporteur von Rohöl und Erdölprodukten, am Ende des vorangegangenen Jahrzehnts bereits zum Nettoexporteur von Erdgas. Auf den Hochtechnologiesektor entfallen derzeit rekordverdächtige 54,9 Prozent der Investitionsausgaben in US-Dollar – ein Zeichen dafür, dass Amerika an der Schwelle zu einem bedeutenden Produktivitätsboom stehen könnte, angetrieben durch Arbeitskräftemangel, Qualifikationsmissmatch und den Zwang zur Automatisierung.

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