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USA lockern Venezuela-Sanktionen: Lizenzen für Bankentransaktionen erteilt

Die Trump-Regierung erlaubt Finanztransaktionen mit venezolanischen Staatsbanken und der Zentralbank – ein bedeutender Schritt zur Wirtschaftsöffnung.

USA lockern Venezuela-Sanktionen: Lizenzen für Bankentransaktionen erteilt

Die Trump-Regierung hat am Dienstag zwei neue Generallizenzen mit Bezug zu Venezuela erteilt. Eine davon erlaubt Finanztransaktionen unter Beteiligung bestimmter venezolanischer Banken und Regierungsvertreter. Dies geht aus Dokumenten auf der Website des US-Finanzministeriums hervor.

Konkret werden Finanztransaktionen für die venezolanische Zentralbank sowie für die staatlichen Banken Venezuela, Tesoro und Digital de los Trabajadores zugelassen. Die Zentralbank war im April 2019 mit US-Sanktionen belegt worden. Seit fast einem Jahrzehnt sehen sich die Zentralbank und die staatlichen Banken des Landes erheblichen Beschränkungen bei der Durchführung von Finanztransaktionen im Ausland gegenüber.

Hintergrund dieser Einschränkungen ist ein chronischer Mangel an Korrespondenzbanken, die internationale Transaktionen für Venezuela abwickeln könnten. Diese Situation hatte sich nach der Verhängung umfassender US-Sanktionen gegen Venezuela im Jahr 2019 weiter verschärft. Korrespondenzbanken spielen im internationalen Zahlungsverkehr eine zentrale Rolle, da sie Transaktionen zwischen Banken unterschiedlicher Länder ermöglichen.

Neues System zur Dollar-Versorgung

Die Lockerung der Sanktionen erfolgt zeitgleich mit der Einführung eines neuen Systems zur Dollar-Versorgung in Venezuela. Dieses wird durch gestiegene Rohölverkäufe angetrieben, die auf die US-Beschlagnahmung von Vermögenswerten von Präsident Nicolás Maduro im Januar zurückgehen. In Venezuela werden Devisen über lokale Banken versteigert, wobei die Zuteilungen von der Zentralbank und ausländischen Korrespondenzbanken festgelegt werden, wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters im März berichteten.

Allerdings gibt es Kritik an diesem Auktionsmodell: Insider zufolge werden dabei einige kleine und mittlere Unternehmen zugunsten größerer Konzerne übergangen. Dies wirft Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit des neuen Systems auf und könnte die wirtschaftliche Erholung breiterer Bevölkerungsschichten bremsen.

Handelsverträge und aufgehobene Sanktionen

Das US-Finanzministerium erteilte zudem eine zweite Lizenz, die Verhandlungen über Handelsverträge genehmigt. Die Ausführung solcher Verträge muss jedoch einer gesonderten Genehmigung durch das Office of Foreign Assets Control (OFAC) unterliegen, wie aus dem Ministeriumsdokument hervorgeht. Das OFAC ist die zuständige US-Behörde für die Durchsetzung von Wirtschafts- und Handelssanktionen.

Darüber hinaus hob das Finanzministerium die Sanktionen gegen Venezuelas ehemaligen Generalstaatsanwalt Reinaldo Munoz auf, der kürzlich durch Arianny Seijo ersetzt wurde. Washington verfolgt mit diesen Schritten das erklärte Ziel, die venezolanische Wirtschaft zu stabilisieren und für US-Investitionen zu öffnen.

Im Hintergrund dieser diplomatischen Entwicklungen steht ein laufendes Strafverfahren gegen Präsident Maduro in den USA. Im vergangenen Monat erschien Maduro vor einem US-Gericht, um sich gegen Vorwürfe des Drogenhandels gegen ihn und seine Frau Cilia Flores zu verteidigen. Das Paar plädierte in Anklagepunkten wie der Verschwörung zum Drogenterrorismus auf nicht schuldig und befindet sich bis zum Prozessbeginn in Brooklyn in Haft. Die gleichzeitige Lockerung von Sanktionen und das laufende Strafverfahren verdeutlichen die komplexe und widersprüchliche Natur der US-amerikanischen Venezuela-Politik.

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