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USA lockern Ölsanktionen gegen Iran trotz Streit um Atominspektoren

Washington setzt Ölsanktionen für 60 Tage aus, während Teheran Vances Behauptung über IAEA-Inspektoren zurückweist.

USA lockern Ölsanktionen gegen Iran trotz Streit um Atominspektoren

Die USA haben vorübergehend weitreichende Ölsanktionen gegen den Iran ausgesetzt und ermöglichen Teheran damit erstmals seit Jahrzehnten den Verkauf von Rohöl gegen US-Dollar. Gleichzeitig weist der Iran Aussagen von US-Vizepräsident JD Vance zurück, wonach das Land die Rückkehr von Atominspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zugelassen habe. Die widersprüchlichen Signale beider Seiten trüben die Ergebnisse der ersten Verhandlungsrunde, die im Schweizer Ferienort Bürgenstock stattfand.

In einer gemeinsamen Erklärung der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan heißt es, die USA und der Iran hätten sich auf einen „Fahrplan für ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen" geeinigt. Vance bezeichnete die Gespräche als eine „sehr gute Grundlage". Die Teams hätten unter anderem über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die „Konfliktentschärfung für den regionalen Waffenstillstand" gesprochen.

Weitreichende Sanktionserleichterungen in Kraft

Das US-Finanzministerium erließ am Montag eine 60-tägige Notfalllizenz, die zentrale Säulen des langjährigen US-Embargos gegen den Iran außer Kraft setzt. Die Lizenz genehmigt die Produktion, den Verkauf und die Lieferung von iranischem Rohöl und Petrochemikalien bis zum 21. August. Iranisches Öl darf im Rahmen dieser Regelung sogar direkt in die USA importiert werden.

Die Sanktionserleichterungen ermöglichen zudem Banktransaktionen, Versicherungen und Transporte und schaffen damit die komplexen Umgehungsnetzwerke ab, auf die der Iran bisher beim Rohölverkauf angewiesen war. Finanzminister Scott Bessent erklärte, Teheran habe sich im Gegenzug verpflichtet, die Straße von Hormus offen zu halten und die Rückkehr der IAEA-Atominspektoren zu gestatten.

Teheran widerspricht Washington in zentralem Punkt

Genau diese Zusage bestreitet der Iran jedoch. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baqai, sagte in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, Teheran habe „keine neuen Verpflichtungen" gegenüber den Atominspektoren übernommen. Jede Zusammenarbeit mit den UN-Inspektoren werde „im Rahmen der bestehenden, vom Parlament und dem Obersten Nationalen Sicherheitsrat festgelegten Verfahren" erfolgen.

Vance hatte zuvor erklärt, er erwarte, dass der Prozess zur Rückkehr der Inspektoren „frühestens diese Woche" beginne und Gespräche mit den Inspektoren könnten „bereits heute stattfinden". Auch US-Präsident Donald Trump postete in den sozialen Medien, der Iran werde „großen Waffeninspektionen zustimmen". Die IAEA gab zunächst keinen unmittelbaren Kommentar ab.

Historischer Hintergrund: Vom Atomdeal zum Embargo

Der Konflikt um die Atominspektionen hat eine lange Vorgeschichte. Im Jahr 2015 schlossen der Iran und sechs Weltmächte – darunter die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Russland – ein Abkommen, das IAEA-Inspektionen iranischer Atomanlagen ermöglichte. Trump zog die USA während seiner ersten Amtszeit 2018 aus diesem Abkommen zurück und bezeichnete es als „schlechten Deal".

Der Iran hatte den IAEA-Zugang zu bestimmten Standorten zuletzt ausgesetzt, nachdem diese während eines zwölftägigen Krieges im vergangenen Sommer von Israel und den USA bombardiert worden waren. Im darauffolgenden Monat zog die UN-Atomaufsichtsbehörde ihre verbliebenen Inspektoren aus dem Land ab.

Fragile Verhandlungslage und Trumps Drohungen

Die Gespräche verliefen nicht ohne Spannungen. Vance berichtete, die iranische Seite habe am Sonntag gedroht, die Verhandlungen abzubrechen, nachdem Trump auf Truth Social gewarnt hatte, die USA könnten „den Iran erneut sehr hart treffen". Vance erklärte den iranischen Unterhändlern daraufhin, Trump habe lediglich auf iranisches „Gepöbel" reagiert.

Trump selbst sprach am Montag im Oval Office eine erneute Warnung aus: „Wenn der Iran seine Vereinbarung nicht einhält oder wenn er sich nicht benimmt, werde ich tun, was ich tun muss." Die iranischen Chefunterhändler verließen die Gespräche am Montag, wie iranische Medien berichteten. Technische Diskussionen seien abgeschlossen, und es sollen Verhandlungsgruppen für Bereiche wie Nuklearfragen, Sanktionen und Wiederaufbau eingesetzt werden.

Die Vermittler Katar und Pakistan teilten zudem mit, es sei eine „Kommunikationslinie" eingerichtet worden, um Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden. Beide Seiten stimmten auch der Einrichtung einer „Zelle zur Konfliktentschärfung" zwischen den USA, dem Iran und dem Libanon zu. Der iranische Außenminister Seyed Abbas Araghchi bezeichnete den Libanon als den ersten „echten Test" des Abkommens. Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon hatten seit Samstagnacht nachgelassen, und ein fragiler Waffenstillstand hielt an.

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